Wenige Tage vor Beginn der Tarifverhandlungen im Einzel- sowie im Groß- und Außenhandel hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) ihre Forderungen konkretisiert. Auf einer Tarifkoordinierungskonferenz in Frankfurt wurden gemeinsame Eckpunkte für alle Tarifgebiete festgelegt. Im Zentrum steht eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Entgelte um 7 % bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
„Die Vertreterinnen und Vertreter aller Tarifgebiete sind sich einig: Wir wollen eine deutliche Erhöhung der Realeinkommen über die gesamte Laufzeit des Tarifabschlusses erreichen. Dazu gehört eine Erhöhung, die deutlich über der Inflationsrate liegt. Das gilt für die Löhne, Gehälter und Entgelte der Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels sowie des Groß- und Außenhandels. Bei den Ausbildungsvergütungen fordern wir eine überproportionale Erhöhung. Und wir sind uns einig: Einmalzahlungen als Ersatz für tabellenwirksame Entgeltsteigerungen lehnen wir ab“, erklärt Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer.
Insgesamt verhandelt Verdi für rund 5,2 Mio. Beschäftigte. Auffällig ist dabei laut de Gewerkschaft der hohe Anteil an Teilzeitkräften, insbesondere im Einzelhandel. „Diese ist im Handel zum Großteil unfreiwillig, weil die Arbeitgeber kaum noch Vollzeitstellen ausschreiben. Umso härter treffen Preissteigerungen, wie zuletzt bei Benzin und Diesel, die Handelsbeschäftigten“, so Zimmer. „Es ist absurd: Täglich kassieren sie für ihre Unternehmen Millionen von Euro. Und sie selbst müssen zu Hause jeden Cent zweimal umdrehen, weil der Monat oft zu lang ist für den niedrigen Lohn. Damit muss Schluss sein.“
Die Gewerkschaft verweist zudem auf die wirtschaftliche Lage der Branche: Sowohl Einzel- als auch Großhandel konnten zuletzt hohe Umsätze erzielen. „Deshalb sind tabellenwirksame Lohnsteigerungen kein Geschenk, sondern etwas, was den Kolleginnen und Kollegen zusteht, weil die Gewinne nur durch ihre Arbeit möglich ist“, betont Zimmer.
Der Auftakt der Verhandlungen erfolgt am 17. April 2026 mit dem Groß- und Außenhandel in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.