Vehement fordert Rauschen von der Politik bessere Rahmenbedingungen vor allem für den stationären Textil- und Modehandel. Im Fokus steht dabei die hohe Bürokratiebelastung, die in der BTE-Umfrage den Spitzenplatz bei den aktuellen Problempunkten belegt. „Die Politiker versprechen uns hier seit Jahren einen Abbau, in der Realität nehmen Berichts-, Prüfungs- und Kontrollpflichten seitens Bund, Land und EU weiter zu.“ Die Unternehmen sind mittlerweile viele Stunden wöchentlich mit diversen Nachhaltigkeitsdokumentationen, Arbeitszeitstatistiken oder Sicherheitsvorgaben beschäftigt, die künftig wohl noch ausgebaut werden sollen. „Das kostet gerade mittelständischen Unternehmen Zeit und Geld, das sie dringend für ihr Kerngeschäft benötigen“, sagt Rauschen. Regulierungen seien wichtig und auch das Thema Nachhaltigkeit für alle relevant. „Das zu tun ist richtig, aber die Dimensionen, die der bürokratische Aufwand dafür erreicht hat, sind außergewöhnlich“, so Rauschen.
Nicht hinnehmbar sind laut BTE die bürokratischen Vorgaben für deutsche Händler, wenn gleichzeitig millionenfach dubiose und oft Schadstoff-belastete Billigware unkontrolliert über asiatische Plattformen wie Shein und Temu nach Deutschland und die EU strömt. Der BTE begrüßt daher ausdrücklich die Pläne der EU, solche Direktimporte nicht weiter durch Zollfreiheit zu begünstigen und stattdessen stärker zu prüfen. „Die Maßnahmen müssen jetzt schnellstens beschlossen und umgesetzt werden – am besten noch in diesem Jahr“, fordert BTE-Präsident Rauschen. „Der Textil- und Modehandel braucht wieder mehr Freiraum für sein wirtschaftliches Handeln sowie faire Wettbewerbsbedingungen, damit er sich wieder stärker auf seine Produkte und Kunden konzentrieren kann. Das ist auch notwendig zum Erhalt attraktiver Innenstädte!“