Unter den 90 Mitarbeitenden bei Bazlen sind gleich viele Frauen wie Männer – „nicht, weil wir das gezielt forciert haben, sondern weil es sich so ergeben hat“, sagt Tina Bazlen. „Uns ist aber wichtig, dass wir Strukturen bieten, mit denen Familie und Job vereinbar sind.“ Konkret heißt das: Homeoffice und Teilzeitmodelle sind bei Bedarf möglich. Damit hat der Gürtelhersteller gute Erfahrungen gemacht. „Jede und jeder kennt ihren und seinen Verantwortungsbereich – ob im Büro oder im Homeoffice – und sorgt dafür, dass alles reibungslos läuft“, sagt Tina Bazlen. Vor allem Frauen, die Kinder haben, seien ohnehin sehr gut organisiert. Das weiß sie auch aus eigener Erfahrung. Die Mutter zweier Söhne (5 und 11 Jahre) kennt auch die schwierigen Situationen: Eine Kollektionsübergabe oder ein Messebesuch steht an und ein Kind ist krank. „Dafür brauche ich dann einen doppelten Boden. Jemand, der in dieser Situation helfen kann.“ Ihr Ehemann, aber auch Eltern und Schwiegereltern sind in solchen kniffligen Situationen zur Stelle. Was Bazlen aber beklagt, sind die insgesamt schwierigen Rahmenbedingungen. „Ich habe für meinen jüngeren Sohn eine Kindergartenbetreuung bis 13:30 Uhr. Damit wäre kein Vollzeitjob möglich, wenn ich keine familiäre Unterstützung hätte.“ Denn eines steht für sie fest: „Wer glaubt, dass man in Ruhe im Homeoffice arbeiten kann, wenn man ein kleines Kind zu betreuen hat, der irrt sich. Das ist so effektiv, als würde man mit Nutella die Zähne putzen.“
Bei aller Unterstützung, die sie durch ihren Ehemann erfährt – dieser ist ebenfalls selbstständig –, sieht Tina Bazlen auch, dass es Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt: „Frauen denken oft umfassender mit: Ich habe im Blick, dass der beste Freund meines Sohnes bald Geburtstag hat, ich kümmere mich um Impf- und Zahnarzttermine. Solche Dinge haben Männer oft nicht auf dem Schirm.“
Auch Mareike Brenner ist Mutter; ihr Sohn ist sieben Jahre alt und sie nutzt die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Sie hat einen Fulltime-Job und freut sich über die Flexibilität bei Bazlen. Abseits von Kernzeiten und Präsenzterminen kann sie im Homeoffice arbeiten und aktuelle Themen in Zoom-Calls besprechen. „Und wenn mein Sohn aus der Schule kommt, kümmere ich mich erstmal um ihn.“