Der Einzelhandel in den Vereinigten Staaten entwickelt sich bisher deutlich negativer, als von dem Marktforschungsinstitut Coresight Research bisher prognostiziert. Ursprünglich sollten etwa 5.500 neue Geschäfte im Gesamtjahr 2024 eröffnen, während rund 4.000 Schließungen erwartet wurden. Jetzt, im August, sieht die Lage allerdings bereits anders aus: Das Institut zählte in den ersten acht Monaten über eine wöchentliche Auswertung nur 4.426 Ladenöffnungen – dem stünden nun 4.548 Schließungen gegenüber, heißt es in einem Bericht des amerikanischen Branchenmagazins Footewearnews.
Die Öffnungen stehen damit zwar in etwa im Pari mit der Entwicklung im vergangenen Jahr (weniger als 0,1% Veränderung). Dafür legten die Schließungen um 31,4% zu. In den vergangenen Monaten wurden viele Insolvenzen angekündigt, die teils mit massiven Schließungen einhergehen. Neben Unternehmen wieRule21, Express und 99 Cents Only Store gab das Möbelhaus Conn’s die Schließung von über 500 Standorten bekannt.
John Harmon, Managing Director für Technologieforschung bei Coresight Research, schätzt auch die Zukunft herausfordernd ein: „Die Einzelhändler stehen in mehrfacher Hinsicht unter Druck. Erstens achten die Verbraucher auf ihre Budgets und sparen. Es gibt immer eine Bedrohung durch den E-Commerce, aber es gibt auch neue Herausforderungen, neue Konkurrenz von Shein und Temu im Bekleidungssektor, die sogar Amazon aufmerksam gemacht hat und über Produkte direkt aus China sprechen lässt“, sagte er. „Und dann gibt es natürlich noch die sozialen Medien. Die Generation Z ist ein großer Nutzer von TikTok; dort holen sie sich ihre Inspiration. Das Einkaufen über soziale Medien gewinnt immer mehr an Bedeutung. Es ist attraktiv – und es ist genau dort, wo man es sucht.“