Die Umsätze lagen für die Branche insgesamt real 27% über den Ergebnissen des Vorjahres und auch die Auftragseingänge stiegen um real 16%. Ähnlich sieht der Nachfragetrend für 2015 aus: „Im Zeitraum von Januar bis August 2015 wurde bereits ein Umsatzplus von real 6,5% und ein Auftragseingangsplus von 2,8% registriert.“ Die Kundenbranchen investieren nach wie vor weltweit in die Erneuerung ihrer Produktionslinien und wissen dabei die Lösungen der deutschen Hochtechnologieanbieter zu schätzen. Im Jahre 2014 wuchsen die Exporte der deutschen Bekleidungs- und Ledertechnik um insgesamt 4% von 708 auf 738 Mio. Euro. Die wichtigsten Abnehmer waren China, die USA und Frankreich.
Die deutsche Schuh- und Ledertechnik war 2014 mit 44 Mio. Euro die Nummer Vier der weltweiten Lieferländer (nach Italien mit 353 Mio., China mit 197 Mio. und Taiwan mit 71 Mio.). Das bedeutet eine Steigerung der deutschen Exporte um 10% gegenüber dem Vorjahr. Damit wurde der höchste Exportwert seit 2004 erreicht. Der Tiefpunkt von 2009 (25 Mio.), so Straub, sei damit endgültig durchschritten. Die wichtigsten Exportmärkte für Schuh- und Ledertechnik aus Deutschland waren 2014 China, Italien und die USA. Insbesondere auf dem chinesischen Markt, forderte Straub, müssten die deutschen Hersteller von Schuh- und Ledermaschinen unbedingt mitspielen.
Industrie 4.0 ist keine Zukunftsmusik
Einen Ausblick auf die bevorstehenden Herausforderungen an die Branche und damit auch an die Arbeit des VDMA gab Straub vor allem unter den Stichworten ’Industrie 4.0‘ und ’Serienfertigung mit Losgröße Eins‘. Bereits jetzt, so der Redner, finde in der Bekleidungsproduktion eine Verflechtung von Design, Produktion und Logistik statt, indem IT-Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ineinandergreifen. Die Kommunikation der Werkstücke mit den verarbeitenden Maschinen und damit die „Serienfertigung mit Losgröße Eins“ rücke damit in greifbare Nähe. „Um diesem Thema Rechnung zu tragen, hat der VDMA Bekleidungs- und Ledertechnik eine Task Force, bestehend aus Mitgliedsunternehmen und deren Kunden, gegründet. Die Chancen, die dieser Expertenkreis für die Branche sieht, sind die Rückverlagerung von Produktion im mittel- und hochpreisigen Bereich, die Schaffung flexibler Fertigungslinien sowie die übergreifende Definition von Schnittstellen zwischen Maschinen und IT.“
Einen ausführlichen Bericht über den VDMA-Branchentreff lesen Sie in steptechnik Ausgabe 5/2015.