Welche Vertriebskanäle sind für Sie besonders relevant?
Die größten Volumina erzielen wir aktuell im Schuhfachhandel. Gleichzeitig arbeiten wir intensiv mit Sporthändlern zusammen. Wichtig ist für uns eine möglichst breite Sichtbarkeit. Wir haben Showrooms in München, Hamburg und Neuss und arbeiten gezielt mit spezialisierten Schuh-Teams. Footwear ist ein sehr professionelles Geschäft – dafür braucht man Experten. Das ist für uns seit Anfang Mai Fred Gregarek als European Sales Director.
Welche Trends sehen Sie aktuell im Outdoor-Schuhmarkt?
Die Grenze zwischen Outdoor und Lifestyle verschwindet zunehmend. Viele Verbraucher wollen Schuhe, die technisch funktionieren, aber gleichzeitig alltagstauglich und modisch sind. Genau dort sehen wir unsere Stärke: funktionale Outdoor-Schuhe mit italienischem Designanspruch. Dazu kommen Themen wie Komfort, Leichtigkeit und Easy-Fit Konzepte. Outdoor wird heute viel stärker als Lifestyle interpretiert.
Wie geht CMP mit dem Thema Nachhaltigkeit um?
Nachhaltigkeit ist wichtig – aber sie darf nicht nur Marketing sein. Für mich beginnt Nachhaltigkeit bei langlebigen Produkten und fairen Beziehungen. Ein Produkt, das lange hält und repariert werden kann, ist nachhaltiger als viele kurzfristige Lösungen. Gleichzeitig müssen auch Lieferanten fair behandelt werden. Wenn Marken ihre Produzenten permanent unter Preisdruck setzen, hat das nichts mit echter Nachhaltigkeit zu tun. Wir arbeiten mit zertifizierten Lieferanten und investieren viel Zeit in persönliche Beziehungen und Kontrollen vor Ort.
Sagen wir, wir sprechen uns in fünf Jahren wieder. Woran werden Sie dann Ihren Erfolg in Deutschland messen: an Ihren Umsatzzahlen, an Ihrer Vertriebsmenge oder daran, dass deutsche Konsumenten CMP als relevante Schuhmarke erachten?
Ich denke, CMP wird sich im Schuhbereich weiter sehr stark entwickeln. Aber ich messe Erfolg nicht nur an Zahlen. Natürlich müssen die wirtschaftlichen Ergebnisse stimmen. Aber am wichtigsten ist für mich, dass wir gesund wachsen, unsere Werte im Blick behalten und die Menschen gerne mit unserer Marke arbeiten – intern wie extern. Meine Großmutter hat immer gesagt: Erfolg lässt sich mit drei Fragen feststellen: Hat sich jemand im Unternehmen in diesem Jahr verletzt? Haben wir alle Beschäftigten und Lieferanten bezahlen können? Kön- nen wir alle Beschäftigten und Lieferanten im nächsten Jahr bezahlen? Daran orientieren wir uns heute noch. Wenn Verbraucher unsere Schuhe tragen und damit glücklich sind, dann ist das für mich auch ein Erfolg.