VF Corporation (Vans, The North Face, Timberland) hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Ende: 27. September) einen Umsatz von rund 2,8 Mrd. US-Dollar (2,41 Mrd. Euro) erzielt. Das entspricht einem Plus von 2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz lag damit über den eigenen Erwartungen, die von einem Rückgang von 2 bis 4 % (währungsbereinigt) ausgegangen waren. Der Nettogewinn belief sich auf 189,8 Mio. US-Dollar (0,48 USD je Aktie), gegenüber 52,2 Mio. USD im Vorjahresquartal.
Das bereinigte Betriebsergebnis stieg auf 330 Mio. US-Dollar (283,77 Mio. Euro) und lag damit deutlich über der Prognose von 260 bis 290 Mio. USD. Die bereinigte Betriebsmarge erreichte 11,8 %, ein Anstieg um 40 Basispunkte im Vergleich zum Vorjahr. Die Bruttomarge blieb konstant bei 52,2 %.
Markenentwicklung im Überblick:
* The North Face: +6 % (1,16 Mrd. USD, 1,0 Mrd. Euro)
* Timberland: +7 % (506,4 Mio. USD, 435,45 Mio. Euro))
* Vans: –9 % (606,9 Mio. USD, 521,87 Mio. Euro), aber verbesserter Trend
* Weitere Marken (u.a. Altra, Napapijri, Icebreaker): +2 % (532,3 Mio. USD, 457,72 Mio. Euro)
Bracken Darrell, President und CEO der VF Corporation, zeigt sich zufrieden mit den Quartalszahlen: „Im zweiten Quartal haben wir weitere Fortschritte bei unserem Turnaround-Plan erzielt. Wir haben ein breit angelegtes Wachstum für The North Face und Timberland erzielt und gleichzeitig den Rückgang bei Vans weiter abgeschwächt.“
Insbesondere bei Vans zeigen sich erste Lichtblicke. Die Marke konnte laut VF das Schulgeschäft besser als erwartet abschließen. Neue Produkte, insbesondere im Bereich Women’s Footwear, stießen auf positive Resonanz. „Ich habe Ihnen gesagt, dass sich der Einfluss von Sun auf die Produkte in der Back-to-School-Saison zeigen würde, und das ist auch der Fall. Die Produktneuheiten im Schuhbereich ziehen neue Verbraucher an, insbesondere Frauen, aber auch Jugendliche und Kinder“, zitiert das US-amerikanische Branchenmedium Footwear News Bracken Darrell. Michelle „Sun“ Choe ist seit Juli 2024 Global Brand President bei Vans.
Timberland im Aufwind
Die Marke verzeichnete laut VF sowohl im Großhandel als auch im Direktvertrieb ein Wachstum. Besonders der neue Timberland 25, eine leichtere Version des klassischen Stiefels, kam gut an. Auch das Bootsschuh-Segment entwickelte sich weltweit positiv. Darrell betont: „Die Nachfrage nach den 6-Zoll-Premium-Stiefeln macht nur etwa 20 % unseres weltweiten Umsatzes aus“, was weiteres Potenzial für die Marke signalisiert.
Dickies-Verkauf bringt frisches Kapital
Im September hatte VF den Verkauf von Dickies an Bluestar Alliance für 600 Mio. USD angekündigt. Der Deal soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. Die Erlöse sollen zur Schuldentilgung und zur Stärkung des Portfolios verwendet werden. „Wir verbessern unsere Fähigkeit, in das Portfolio zu investieren und die Rendite für unsere Aktionäre zu steigern“, so Darrell.
Ausblick:
Für das dritte Quartal 2026 erwartet VF einen Umsatzrückgang von 1 bis 3 % (währungsbereinigt). Das bereinigte Betriebsergebnis wird zwischen 275 und 305 Mio. USD prognostiziert. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einem Anstieg des freien Cashflows sowie des operativen Ergebnisses im Vergleich zum Vorjahr.
Die Umstrukturierung bei Vans bleibt zentrales Thema. Investoren reagieren zurückhaltend, obwohl erste Fortschritte sichtbar sind. Die Aktie verlor nach Veröffentlichung der Zahlen 12,2 % und schloss bei 14,58 USD.