Können Sie einen Fall beschreiben, in dem Sie bewusst gegen einen Trend gearbeitet haben – und es trotzdem funktioniert hat?
Ein gutes Beispiel dafür, bewusst gegen einen Trend zu arbeiten, war bei unseren Sneakern. Privat trage ich kaum Sneaker, und lange passten sie auch nicht in unser Sortiment. Mit F/S 22 haben wir zunächst die Uma Mary Jane-Ballerina eingeführt, auf deren Basis wir später Boots entwickelt haben. Nun lancieren wir mit der Saison F/S 26 unseren ersten Sneaker auf der Silhouette. Diese Entwicklung war essenziell, um eine Form zu finden, die zu Aeyde passt. Eine Brand zu bauen, bedeutet nicht, jedem Trend zu folgen, sondern nur dann, wenn er organisch zur Marke passt.
Was war der bislang größte Pain Point beim Skalieren und was haben Sie daraus gelernt?
Es ist herausfordernd, Wachstum und Identität gleichzeitig zu steuern. Von unserem Launch 2015 mit nur 15 Paar Schuhen über internationale Partnerschaften mit Net-A-Porter und Le Bon Marché bis hin zu globaler Sichtbarkeit und dem Aeyde-Haus – jede Phase war und ist anders herausfordernd. Besonders Covid hat gezeigt, wie wichtig solide Prozesse, finanzielle Disziplin und Resilienz sind. Das Brand Update im März 2022 war ein Moment der Reflexion. Skalierung ist für uns bewusstes Handeln: Chancen wie neue Märkte oder prominente Sichtbarkeit nutzen, ohne opportunistisch zu werden.
Welche Rolle spielt Social Media für Aeyde? Wie sieht die Strategie aus?
Social Media spielt für Aeyde eine wichtige und klar definierte Rolle. Wir erzählen unsere visuelle Sprache konsistent – Kampagnen, Materialien, Details, kulturelle Kontexte – und bieten gleichzeitig einen Dialograum mit unserer Community. Wir beobachten genau, lassen uns aber nicht vom Algorithmus treiben.