Sommer, Sonne, Leichtigkeit. Das gilt in diesen Tagen nicht überall in Deutschland. Leider. Der Schuhhandel muss einen schwierigen Spagat bewältigen. Auf der einen Seite sorgt der anhaltende Sonnenschein für gute Laune, andererseits schlägt die weiterhin angespannte Umsatzsituation auf das Gemüt. In den kommenden Monaten steht der Handel folglich vor einer wahren Mammutaufgabe. Im zweiten Halbjahr gilt es, die Umsatzverluste aus dem Frühjahr wieder aufzuholen. Das wird Glück (Wetter), Mut (Sortiment) und Gelassenheit (Rabatte) erfordern.
Nur nicht aufgeben. Den Kopf oben behalten. Als Vorbild für die zweite Jahreshälfte kann dem Handel durchaus das Auftreten der kroatischen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland dienen. Das Team, als Außenseiter gestartet, hat in den vergangenen Wochen mit herausragenden Leistungen Fußball-Fans weltweit begeistert. Auch Rückschläge haben das Team nie zurückgeworfen. Es schien vielmehr, als habe ein Gegentor die Mannschaft um ihren Denker und Lenker Luca Modric eher angestachelt, die eigene Spielidee noch konsequenter umzusetzen. Mit dieser mentalen Stärke haben es die Kroaten bis ins Finale geschafft.
Im Wettstreit mit den scheinbar übermächtigen Rivalen aus dem Internet gilt auch der stationäre Handel zunehmend als ’Underdog‘. Dabei zeigt das Beispiel Kroatien, dass mit der richtigen Einstellung noch längst nichts verloren ist. Es gilt eine Bedingung: Die vielen Ansätze zur Stärkung des stationären Handels, die durchaus vorhanden sind und über die schuhkurier im Wochenrhythmus berichtet, müssen endlich mit mehr Power auf die Straße gebracht werden. Ansonsten droht die Zeit knapp zu werden. So berichten die Frequenz-Experten von ShopperTrak von einem Rückgang der Passanten in den deutschen Innenstädten in der ersten Jahreshälfte. Anfang Juli steht ein sattes aufgelaufenes Minus in Höhe von fast 8% zu Buche. Rezepte, um ein weiteres Abrutschen der Frequenz zu verhindern bzw. die Verluste zu minimieren, sind gefragt. Und zugleich mehr Verbindlichkeit und Verlässlichkeit in der Zusammenarbeit von Industrie und Handel.
Im Fußball heißt es: ’Ein Tor würde dem Spiel gut tun.‘ Mit Blick auf die Schuhbranche würden bereits zwei, drei positive Dekaden in Folge helfen. Damit die Zuversicht gestärkt wird. Ohne diese geht es nicht in die Verlängerung.