China ist seit 2001 Mitglied der Welthandelsorganisation WTO. Allerdings hatte die Organisation bei der Aufnahme des Landes entschieden, dass die Preise im Reich der Mitte nicht durch Angebot und Nachfrage, sondern durch den Staat bestimmt werden. Daher hatte die EU die Möglichkeit, Strafzölle auf Billigimporte zu verhängen, um so den heimischen Markt zu schützen. Die WTO-Regel läuft am 11. Dezember 2016 aus.
In einem Appell an die Verantwortlichen in der europäischen Politik warnte Annarita Pilotti, Präsidentin von Assocalzaturifici, davor, China den Status einer Marktwirtschaft zu verleihen. Chinas Zentralregulierung greife weiterhin massiv in unterschiedliche Industriezweige ein. Dies führe zu Überproduktion und Dumping-Preisen, die den chinesischen Lieferanten einen unfairen Vorteil gegenüber Mitbewerbern aus Europa gebe. „Warum sollte sich die EU selbst der Möglichkeit berauben, einheimische Industrien zu schützen?“, so Pilotti. Laut einer Studie sollen bis zu 3,5 Mio. Arbeitsplätze in der EU bedroht sein, sollte die WTO-Regel auslaufen.