Es ist keine einfache Zeit für die Schuhbranche: Ein Ende der Konsolidierung ist nicht in Sicht. Und die Lust, Schuhe zu kaufen, ist weiterhin nicht in dem Maße gegeben, wie es die Branche bräuchte, um sich wieder zu erholen.
Das alles wurde auf dem Barfuß- und Kinderschuh-Event XL, das die Rexor in Mönchengladbach ausgerichtet hat, auch besprochen. „Die Talsohle ist nicht durchschritten“, sagte Kai Moewes (Ricosta). „Ich erwarte ein vorsichtiges Jahr 2026. Die Händler kalkulieren genau“, erklärte Anna Carbonari (Legero United). Und trotz all dieser eher verhaltenen Einschätzungen war niemand schlecht gelaunt. Es gab viel positiven Austausch zwischen den Ständen, die Händler waren neugierig und haben sich auch unbekannte Marken angeschaut. Die Veranstaltung wirkte gar wie ein kleiner Dopamin-Booster für die Branche.
Der Erfolg der Veranstaltung lässt sich auch damit begründen, dass sie langsam und natürlich wachsen durfte. Es gab nie große Versprechungen oder hohe Erwartungen, die hätten enttäuscht werden können. Letztes Jahr fand der Tag noch in kleinem Rahmen in den Büroräumen der Rexor statt, jetzt zog er mit steigender Nachfrage in den Flughafen-Hangar Mönchengladbach, in dem bereits der Trend Day stattfindet.
Auch wenn man eine Schuhkollektion theoretisch in jedem Raum ähnlich gut ausstellen könnte, bewies der Tag, was für einen Unterschied die richtige Atmosphäre macht. Eine gute Organisation und ein angenehmes Ambiente führen dazu, dass die Menschen vor Ort eine gute Zeit haben und sich gegenseitig mit guter Laune anstecken. Und dann werden auch die bestehenden Probleme konstruktiver angegangen.
Und so soll es im Sommer weitergehen – der nächste Termin Anfang Juli wurde bereits angekündigt. Doch nur drei Wochen später findet die Barefoot in Offenbach statt. Dann wird sich zeigen, ob die Schuhbranche zwei relevante Order-Events braucht, die vor allem Barfußschuhe als Schwerpunkt haben. Gerade weil sich beide Veranstaltungen bisher so gut entwickelt haben, wäre es schade, wenn sie sich kannibalisieren würden. Ob per Kooperation oder klar abgegrenzten Profilen, sollten beide Veranstalter in den nächsten Monaten klarstellen, welche Rolle die Events im Orderkalender einnehmen und welche nicht.