Statements aus dem Handel

Was Komfortschuhe können (müssen)

Beständig, solide, verlässlich – das sind Attribute, die man gemeinhin dem Komfortschuh-Sektor zuschreibt. Die Kundschaft ist treu, und die Nachfrage nach bequemen, zugleich modischen Schuhen steigt. schuhkurier hat sich in der Branche umgehört und mit Experten über das Thema Komfortschuhe gesprochen.

Eines steht fest: Komfortschuhe sind eine sichere Bank für den (stationären) Schuhhandel. Immer mehr Menschen suchen Schuhe mit hohem Anspruch an Bequemlichkeit, einer weichen, fußfreundlichen Ausstattung und einem gewissen Weitenangebot. Für Niek Jansen, Geschäftsführer der Verbundgruppe Rexor, steht daher fest: „Komfort gewinnt!“ Der Experte hat festgestellt, dass die Nachfrage nach komfortablem Schuhwerk seit Jahren steigt – „nachdem in den letzten Jahren die Füße der Konsumenten durch Sneakers verwöhnt wurden.“

Ähnliches hat auch Stephan Krug (Sabu) beobachtet. Seiner Ansicht nach entsteht die Nachfrage nach Schuhen mit hohem Bequemlichkeitsfaktor entweder, wenn Menschen ein Fußproblem haben, oder wenn nach längerem Tragen von Sneakern schlichtweg eine Gewöhnung an einen weichen Auftritt stattgefunden hat und man nicht mehr bereit ist, seinen Fuß nicht mehr in unbequeme Pumps oder Trotteurs zu zwängen.
Herausnehmbare Einlegesohlen, ergononische Leistenformen, Polsterungen im Sohlenbereich, Stretcheinsätze oder auch Mehr- bzw. Schmalweiten gehören zu den gefragtesten Features im Bequemschuhbereich, die fast alle in diesem Bereich spezialisierten Marken anbieten. Auch in der Schweiz macht man positive Erfahrungen mit besonders bequemen Schuhen: „Der Begriff Wellness steht heute beim Konsumenten weit oben und sollte auch vom Schuhdetailhandel aufgenommen werden“, erklärt Lukas Kindlimann, Präsident des Schuhhandelsverbands schuhschweiz. Das Thema sei nicht unbedingt an eine Zielgruppe zu knüpfen: „Wir sprechen weniger von Kundengruppen als von Kundenwünschen. Für uns bedeutet das, dass ein Kunde heute einen High-Heel kauft und sich morgen sich mit Wellness auseinandersetzt und für einen entsprechenden Schuh interessiert.“

Wichtig – und immer wichtiger – ist dabei auch der modische Aspekt. „Bequemschuhe werden immer modischer und modische Schuhe immer komfortabler“, fasst Niek Jansen zusammen. Stephan Krug ergänzt: „Wir stellen in den letzten Jahren verstärkt fest, dass die Hersteller nicht nur gut sitzende und passende Schuhe anbieten, sondern auch intensiv in eine vernünftige, modische Optik investieren.“ Das unterstreicht auch Lukas Kindlimann: „Ein Bequemschuh muss sowohl modische wie auch bequeme Aspekte bieten. Wichtig ist dabei sicher die verwendeten Materialien, Schaftschnitt und Innenleben des Schuhs. Die gute Passform ist bei den genannten Punkten eine Selbstverständlichkeit.“

 

Komfortschuh versus Sneaker

 

Eine stärkere Nachfrage nach modischen Optiken hat auch Timo Leinweber vom Berliner Filialisten Aktiv Schuh registriert. „Es will ja niemand, dass man einem Schuh seinen Komfort sofort ansieht, er muss trendy sein und Lifestyle verkörpern.“ Zugleich geht dem Händler das Engagement der Hersteller in vielen Punkten nicht weit genug. „Wir stellen fest, dass gerade der klassische Komfortkunde auch vermehrt auf ’Sneaker‘ der bekannten Marken zurückgreift.“ Auch Kundinnen zwischen 50 und 70 Jahren hätten die Nike Free Silhouette oder Skechers-Typen für sich entdeckt. Dies könne sich zum Problem für den hochpreisigen Komfortbereich entwickeln, wenn klassische Marken aus diesem Segment an Bedeutung verlieren und damit einhergehend der Durchschnittspreis sinkt.

Bei der Rexor setzt man auf intensive Beratung und hochwertige Fabrikate. „Besonders bei diesem Thema bietet sich für unsere Mitglieder die Möglichkeit, als Spezialisten qualitativ hochwertiger Ware zu beraten“, so Niek Jansen. „Endverbraucher schätzen dies sehr und sind auch bereit, hierfür gutes Geld auszugeben.“

Auch beim Sabu ist das Thema Komfortschuhe zunehmend wichtiger: „Wir haben vor Kurzem das 50. Laufgut-Geschäft in Cottbus eröffnet“, erklärt Stephan Krug. Eine Neueröffnungsquote von fünf bis sieben Geschäften pro Jahr bedeute, dass das Thema sehr erfolgreich ist, so Krug. Im Fachhandelsbereich seien Komfortschuhe bei VK-Preisen zwischen 80 und 100 Euro angesiedelt; „wir realisieren meist Durchschnittspreise über 100 Euro und haben relativ wenig Abschriften.“

Timo Leinweber wünscht sich noch mehr Mode. Es fehle in vielen Fällen noch die Antwort auf die allgemein spürbare Abwanderung in Richtung Sport und ’Newcomer‘ Labels. Und Stephan Krug sieht Komfort nicht nur im Mehrweitenbereich: „Mindestens ebenso wichtig sind aus unserer Sicht auch die Schmalweiten, denen man mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.“

Viel Wissenswertes rund um das Thema Komfortschuhe lesen Sie in der kommenden Ausgabe von schuhkurier.

Eines steht fest: Komfortschuhe sind eine sichere Bank für den (stationären) Schuhhandel. Immer mehr Menschen suchen Schuhe mit hohem Anspruch an Bequemlichkeit, einer weichen, fußfreundlichen Ausstattung und einem gewissen Weitenangebot. Für Niek Jansen, Geschäftsführer der Verbundgruppe Rexor, steht daher fest: „Komfort gewinnt!“ Der Experte hat festgestellt, dass die Nachfrage nach komfortablem Schuhwerk seit Jahren steigt – „nachdem in den letzten Jahren die Füße der Konsumenten durch Sneakers verwöhnt wurden.“

Ähnliches hat auch Stephan Krug (Sabu) beobachtet. Seiner Ansicht nach entsteht die Nachfrage nach Schuhen mit hohem Bequemlichkeitsfaktor entweder, wenn Menschen ein Fußproblem haben, oder wenn nach längerem Tragen von Sneakern schlichtweg eine Gewöhnung an einen weichen Auftritt stattgefunden hat und man nicht mehr bereit ist, seinen Fuß nicht mehr in unbequeme Pumps oder Trotteurs zu zwängen.
Herausnehmbare Einlegesohlen, ergononische Leistenformen, Polsterungen im Sohlenbereich, Stretcheinsätze oder auch Mehr- bzw. Schmalweiten gehören zu den gefragtesten Features im Bequemschuhbereich, die fast alle in diesem Bereich spezialisierten Marken anbieten. Auch in der Schweiz macht man positive Erfahrungen mit besonders bequemen Schuhen: „Der Begriff Wellness steht heute beim Konsumenten weit oben und sollte auch vom Schuhdetailhandel aufgenommen werden“, erklärt Lukas Kindlimann, Präsident des Schuhhandelsverbands schuhschweiz. Das Thema sei nicht unbedingt an eine Zielgruppe zu knüpfen: „Wir sprechen weniger von Kundengruppen als von Kundenwünschen. Für uns bedeutet das, dass ein Kunde heute einen High-Heel kauft und sich morgen sich mit Wellness auseinandersetzt und für einen entsprechenden Schuh interessiert.“

Wichtig – und immer wichtiger – ist dabei auch der modische Aspekt. „Bequemschuhe werden immer modischer und modische Schuhe immer komfortabler“, fasst Niek Jansen zusammen. Stephan Krug ergänzt: „Wir stellen in den letzten Jahren verstärkt fest, dass die Hersteller nicht nur gut sitzende und passende Schuhe anbieten, sondern auch intensiv in eine vernünftige, modische Optik investieren.“ Das unterstreicht auch Lukas Kindlimann: „Ein Bequemschuh muss sowohl modische wie auch bequeme Aspekte bieten. Wichtig ist dabei sicher die verwendeten Materialien, Schaftschnitt und Innenleben des Schuhs. Die gute Passform ist bei den genannten Punkten eine Selbstverständlichkeit.“

 

Komfortschuh versus Sneaker

 

Eine stärkere Nachfrage nach modischen Optiken hat auch Timo Leinweber vom Berliner Filialisten Aktiv Schuh registriert. „Es will ja niemand, dass man einem Schuh seinen Komfort sofort ansieht, er muss trendy sein und Lifestyle verkörpern.“ Zugleich geht dem Händler das Engagement der Hersteller in vielen Punkten nicht weit genug. „Wir stellen fest, dass gerade der klassische Komfortkunde auch vermehrt auf ’Sneaker‘ der bekannten Marken zurückgreift.“ Auch Kundinnen zwischen 50 und 70 Jahren hätten die Nike Free Silhouette oder Skechers-Typen für sich entdeckt. Dies könne sich zum Problem für den hochpreisigen Komfortbereich entwickeln, wenn klassische Marken aus diesem Segment an Bedeutung verlieren und damit einhergehend der Durchschnittspreis sinkt.

Bei der Rexor setzt man auf intensive Beratung und hochwertige Fabrikate. „Besonders bei diesem Thema bietet sich für unsere Mitglieder die Möglichkeit, als Spezialisten qualitativ hochwertiger Ware zu beraten“, so Niek Jansen. „Endverbraucher schätzen dies sehr und sind auch bereit, hierfür gutes Geld auszugeben.“

Auch beim Sabu ist das Thema Komfortschuhe zunehmend wichtiger: „Wir haben vor Kurzem das 50. Laufgut-Geschäft in Cottbus eröffnet“, erklärt Stephan Krug. Eine Neueröffnungsquote von fünf bis sieben Geschäften pro Jahr bedeute, dass das Thema sehr erfolgreich ist, so Krug. Im Fachhandelsbereich seien Komfortschuhe bei VK-Preisen zwischen 80 und 100 Euro angesiedelt; „wir realisieren meist Durchschnittspreise über 100 Euro und haben relativ wenig Abschriften.“

Timo Leinweber wünscht sich noch mehr Mode. Es fehle in vielen Fällen noch die Antwort auf die allgemein spürbare Abwanderung in Richtung Sport und ’Newcomer‘ Labels. Und Stephan Krug sieht Komfort nicht nur im Mehrweitenbereich: „Mindestens ebenso wichtig sind aus unserer Sicht auch die Schmalweiten, denen man mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.“

Viel Wissenswertes rund um das Thema Komfortschuhe lesen Sie in der kommenden Ausgabe von schuhkurier.

Petra Salewski / 16.08.2017 - 15:04 Uhr

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