Frau Blocher, welche strategische Rolle spielt das Schuhangebot bei Garhammer?
Aus innenarchitektonischer Sicht war es unser Ziel, das Schuhsegment aus seiner klassischen Nebenrolle zu lösen und räumlich aufzuwerten. Schuhe werden hier nicht mehr als Ergänzung gezeigt, sondern als eigenständiges Thema inszeniert – mit einer klaren Präsenz im Raum. Die neue Fläche funktioniert dabei wie ein Laufsteg: Sie schafft Aufmerksamkeit, führt die Kunden intuitiv durch die Abteilung und gibt den Produkten eine Bühne. Damit wird das Schuhangebot zu einem wichtigen Baustein innerhalb der Gesamtinszenierung des Hauses.
Nach welchen Kriterien wurden die Marken ausgewählt?
Die Auswahl der Marken spiegelt sich direkt in der Gestaltung wider. Uns war wichtig, eine Bühne zu schaf-fen, die unterschiedliche Stilrichtungen aufnehmen kann, ohne beliebig zu wirken. Die reduzierte, aber zugleich hochwertige Materialpalette – von hellgrauem Spachtelboden über dunkles Parkett bis hin zu grünem Marmor und Eiche – bildet einen ruhigen Rahmen, der die Marken trägt. Gleichzeitig setzen gezielte Highlights, wie die silbrig glänzenden Oberflächen, starke Akzente und unterstützen insbesondere modische, aufmerksamkeitsstarke Produkte. So entsteht eine Umgebung, die sowohl Premium- als auch kommerziellere Marken selbstverständlich integriert und ihnen jeweils die richtige Wirkung verleiht.
Welche Erfahrungen gibt es mit der Integration von Schuhen in das Modehauskonzept?
Die Integration gelingt dann besonders gut, wenn Architektur nicht trennt, sondern verbindet. Deshalb haben wir bewusst mit fließenden Übergängen gearbeitet – sowohl räumlich als auch atmosphärisch. Die leichte Staffelung der Ebenen strukturiert den Raum, ohne ihn zu zergliedern. Unterschiedliche Materialien zonieren die Bereiche subtil, während die durchgehende Gestaltungssprache alles zusammenhält. Entscheidend ist dabei die Inszenierung: Durch Lichtführung, Materialität und die skulpturalen Elemente entsteht eine emotionale Aufladung der Produkte. Schuhe werden so nicht nur präsentiert, sondern als Teil einer kuratierten Gesamtwelt erlebbar gemacht. Unsere Erfahrung zeigt, dass genau diese Verbindung aus Klarheit und Inszenierung die Aufenthaltsqualität erhöht und den Kunden intuitiv durch das Sortiment führt.