Der Spezialist für vegane Schuhe und Fair-Trade-Produkte wurde 2015 gegründet und betreibt einen Online-Shop sowie einen regelmäßigen Lagerverkauf in Gelsenkirchen. Shoezuu-Gründer Keith Gelfert hat am 8. April auf Instagram und Facebook auf die Situation im Schuhhandel aufmerksam gemacht: „Seit 2020 reiht sich eine Krise an die nächste. Leider startet auch das Jahr 2026 mit einer großen Krise, deren Verlauf mal wieder völlig ungewiss ist. Es ist verständlich, dass sich unsere Kundschaft aktuell um vieles Gedanken macht – nur nicht um den Kauf des nächsten Schuhpaares. Der ohnehin schon niedrige Umsatz ist weiter eingebrochen.“
Im Gespräch mit schuhkurier schildert Gelfert die aktuelle Situation konkreter: „Wir haben seit 2020 viele Ausschläge – teilweise nach oben, vor allem aber nach unten – gehabt. Das hat die Reserven aufgebraucht. Der Konflikt im Nahen Osten kommt aktuell noch dazu und wirkt sich spürbar aus. Ich merke, dass in den letzten Wochen vor allem stark reduzierte Schuhe verkauft wurden. Im April ist eigentlich der Start für das Frühjahresgeschäft und der Monat ist sehr wichtig für uns. Aber auch dieser ist schwach gestartet.“
Der Post, aufgemacht mit einem ausdrucksstarken Bild mit Gelfert in ernster Pose und dem Schriftzug „Ich muss euch was mitteilen!“, hat für Aufmerksamkeit gesorgt. Die Reichweite bei Instagram und Facebook sei ohne Werbemaßnahme über 40-mal höher gewesen als bei üblichen Posts. „Ich glaube, dass es die Leute erreicht, sich persönlich zu zeigen und nicht nur anonym als Marke aufzutreten. Es interessiert die Leute, dass eine Person hinter dem Unternehmen und seinen Werten steht. Das merkt dann wiederum der Algorithmus, der den Post weiter verbreitet“, vermutet Gelfert. Das Feedback sei sehr positiv gewesen. Einige Bestellungen lassen sich auf den Aufruf zurückführen, er habe auch viele ermutigende Privatnachrichten, Hilfsangebote und Kommentare erhalten.
Der Gedanke hinter dem Post war, die Kundschaft auf die schwierige Situation im Markt hinzuweisen und darauf aufmerksam zu machen, wie sie den lokalen, stationären Geschäften helfen können. Vor allem Aufmerksamkeit auf Social Media sei wertvoll, um den inhabergeführten Geschäften vor Ort zu helfen: Zum Beispiel, indem sie ihre gekauften Schuhe auf Social Media teilen und das Geschäft verlinken. Auch er selbst wolle in den nächsten Tagen und Wochen regelmäßig Beiträge über die Lage im Geschäft veröffentlichen und mehr aus dem Alltag zeigen. „Es bedeutet für mich eine Überwindung, mich mehr darzustellen, ich bin eigentlich eher der introvertierte Typ. Aber wir müssen als inhabergeführtes Geschäft mehr teilen, was uns auszeichnet und wie wir unsere Werte mit Leben füllen. Die Leute wollen kleinere Geschäfte unterstützen, aber müssen auch wissen, wofür sie stehen“, ist Gelfert überzeugt.