schuhkurier: Welches Konzept wird TheMicam einhergehend ihrem neuen Termin in 2014 präsentieren?
Pier Paolo Chicco: Einkäufer und Besucher haben schon seit längerem gefordert, die Termine von TheMicam vorzuverlegen. Das war keine leichte Entscheidung, insbesondere, wenn man bedenkt, dass in Italien traditionell im August Ferien sind. Auf der anderen Seite sind die italienischen Unternehmen auf die internationalen Märkte angewiesen und haben sich vor diesem Hintergrund sehr für eine Vorverlegung stark gemacht. Am 31. August 2014 wird TheMicam ihr neues Konzept und Format präsentieren.
sk: Welche Rolle wird TheMicam spielen – speziell im Vergleich zur GDS?
PPC: Es wird sich einiges ändern. Aber TheMicam wird ihrer Tradition auch in Zukunft treu bleiben: Sie ist eine Business- Plattform.
sk: Wie sehen Sie TheMicam auf internationaler Ebene?
PPC: TheMicam wird zunächst ausschließlich außerhalb von Europa expandieren. China war ein erster Schritt, den wir weiter ausbauen werden. Die USA könnten ein weiterer Step sein, aber hier müssen wir sehr genau abwägen, wie wir uns dort positionieren und wo. Was Europa betrifft, ist TheMicam in Mailand sozusagen unser Flagship Store. Es ist klar unsere Absicht, an diesem Status und diesem Konzept weiterzuarbeiten, um es auch weiter zu entwickeln. Die Messe ist der Auftakt der Saison.
sk: Das Ende der Orderrunde rückt nun verstärkt in den Fokus. Welche Rolle wird die Moda made in Italy künftig spielen?
PPC: Wir möchten intensiv in die Moda made in Italy investieren, denn wir sind überzeugt, dass Deutschland Raum bietet, um mit einer Schuhmesse zu wachsen. Wir arbeiten an einem verbesserten Konzept und haben hier auch schon erste Erfolge verzeichnet. Das freut uns gerade vor dem Hintergrund der weiterhin schwierigen Situation auf dem deutschen bzw. auf dem europäischen Markt. Die Zahl der Aussteller ist stabil geblieben; das bestätigt die Rolle dieser Messe. Das Besucheraufkommen war während der dreitägigen Messe zufriedenstellend. Einkäufer aus ganz Mitteleuropa nutzten die Messe, um Orders zu platzieren. Die Moda made in Italy ist eine internationale Fachmesse, die zweimal im Jahr Kollektionen im mittleren bis gehobenen Segment präsentiert.
sk: Der Handel signalisiert, dass zwei Messen zum Order-Ausklang in München – Moda made in Italy und Essenz – an zwei Terminen kontraproduktiv seien. Besteht die Möglichkeit, beide Messen wieder enger zusammen zu führen?
PPC: Wir sind überzeugt von der tragenden Rolle einer etablierten dreitägigen Moda made in Italy im MOC. Sie zieht seit 20 Jahren in hohem Maße Hersteller, Einkäufer und Besucher an. Die Frühjahrs-
ausgabe im nächsten Jahr (23. bis 25. März) wird parallel zu den SOC Ordertagen stattfinden. Damit finden die wichtigsten deutschen Nachorder-Veranstaltungen unter einem Dach im MOC statt. Das MOC ermöglicht den besten Überblick und die größte Flexibilität, um Orders zu platzieren, einhergehend mit einer freundlichen Atmosphäre und kurzen Wegen. Assocal-
zaturifici hat an einem optimierten Konzept für die Moda made in Italy gearbeitet. Wir haben die Preise bereits in diesem Jahr reduziert und zugleich ein attraktives Servicepaket geschnürt. Kostenloses WLAN, ein kostenloser Shuttle-Bus zum Flughafen und in die City sowie kostenloses Catering mit italienischen Spezialitäten für alle Aussteller und Besucher wurden allgemein goutiert. Künftig setzen wir noch mehr auf Qualität. Das Catering- und Event-Areal im Atrium soll weiter optimiert werden. WLAN bleibt kostenlos, ebenso der Shuttleservice. Zudem werden wir unsere Marketingaktivitäten intensivieren und planen weitere Aktivitäten, die die Bedeutung der Messe unterstreichen.
sk: Halten Sie einen ’Zusammenschluss‘ mit der Essenz für möglich oder wird es bei zwei Messen bleiben?
PPC: Wie Sie vielleicht wissen, hat sich unser Verband mit den Organisatoren der Essenz getroffen, um die bestehende Kommunikationslücke zu schließen und die unglückliche Situation zu entschärfen, die durch die Messe für Aussteller und den deutschen Markt im Gesamten entstanden ist. Während dieses Meetings haben wir eine Analyse des Problems präsentiert und den Verantwortlichen der Essenz die Gelegenheit gegeben, ihre Position zum Ausdruck zu geben und Ansätze abzuklären, die letztlich eines zum Ziel haben: EINE starke Messe zu erreichen. Wir glauben, dass die Moda made in Italy wie früher sein kann – und stärker als je zuvor. Aber nur, wenn es auf beiden Seiten den Willen dazu gibt.