Schockmann in Hamburg: Neue Themen, neue Lieferanten
Damit Konsumenten einen solchen Service auf den Punkt erleben können, müssen sie jedoch erst einmal den Weg in die Stadt finden. Das aber werde den bevorzugt per Auto anreisenden Kunden des seit über 120 Jahren bestehenden Schuhhauses Schockmann „durch die häufigen Demonstrationen und die Bemühungen, den individuellen PKW-Verkehr zu unterbinden immer schwerer gemacht“, beobachtet Inhaber Michael Schockmann. Insbesondere das 1000 qm große Haus in der Hamburger Innenstadt leidet darunter, die je rund 200 qm großen Standorte Blankenese und Poppenbüttel tun sich leichter. Doch auch dort erlebt Schockmann zunehmend, dass Kunden, die „früher auch mal fünf, sechs Paar auf einmal mitgenommen haben, nur noch strikt nach Bedarf kaufen“. Die Preissteigerungen mögen ihren Anteil daran haben; selbst bei Birkenstock „wollen nicht alle Kunden die gestiegenen Preise bezahlen“, so Schockmann, der die Marke in den 60er-Jahren in Hamburg eingeführt hat. Grundsätzlich aber will er, da „wir ein relativ hohes Preisniveau haben“, das mittelpreisige Spektrum erweitern und neue Anfangspreislagen einführen. Halbschuhe sollen dann – statt bei 200 Euro wie bisher – bei 130 bis 150 Euro beginnen. Auch die Lieferanten kommen auf den Prüfstand. Leistungsfähige Partner – Ganter, Finn Komfort und Think sind die wichtigsten – will er stärken, Lieferanten, die „seit Jahren wirtschaftlich nicht rentabel sind“, dagegen durch Hersteller, die „zuverlässig liefern, Qualität und Marge bringen und das nötige Volumen bereitstellen können“, ersetzen. Zudem erwartet er Unterstützung fürs Online-Geschäft, etwa in Form SEO-optimierter Texte. Schließlich steht die Online-Sparte, wo vier der insgesamt 20 Mitarbeitenden tätig sind, für ein Drittel des Umsatzes. Natürlich sollen neue Fabrikate auch neue, jüngere Zielgruppen erschließen. Laufschuhe, Trekking, Hiking, generell Sport sowie vegane Schuhe sind Themen, die er dafür aufgreifen will. Und modisch? „Da müssen wir Volltreffer landen, insbesondere in Bezug auf Farben und Größen“, sagt Michael Schockmann. Erstmalig seit Jahren will er daher wieder nach Mailand fahren, denn „man muss viel mehr rechts und links schauen“.