Welche Missverständnisse begegnen Ihnen am häufigsten im Zusammenhang mit Barfußschuhen, und wie gehen Sie damit um?
Viele Menschen denken: „Das ist nichts für mich, das ist nur ein kurzer Hype.“ Große Marken nehmen das selbst noch nicht ernst. Nike hat mit dem Vibram Nike Free zwar experimentiert, verfolgt es aber nicht konsequent. Viele orientieren sich an diesen Marken, weshalb wir ständig gegen falsche Vorstellungen ankämpfen. Noch immer denken viele, Barfußschuhe seien nur die klassischen FiveFingers. Viele haben Angst, in solchen Schuhen albern auszusehen, obwohl unsere Modelle wie „normale“, klassische Bergschuhe oder Sneaker aussehen. Unser Ansatz ist, die Schuhe nicht als übertriebene Mode zu verkaufen. Wir verkaufen den Menschen im Grunde ihre Füße zurück – denn die Füße funktionieren durch Barfußschuhe besser. Es geht darum, die Menschen auf einfache Weise aufzuklären. Um Vorurteile abzubauen, zeigen wir den Leuten, dass sie in unseren Schuhen nicht komisch aussehen, sich sehr wohlfühlen und besser mit ihrer natürlichen Umgebung verbunden sind. Dabei greifen wir das Wellness- und Naturthema auf, das viele anspricht – egal ob jung oder alt. Es geht vor allem um Komfort. Natürlich behauptet das jeder Schuhverkäufer, aber wir meinen es ernst.
Glauben Sie, dass Barfußschuhe eine Chance haben, den Mainstream zu erreichen und mehr zu sein als nur ein Nischenprodukt?
Global gesehen verkaufen wir in 35 Ländern und haben Zentren in Großbritannien, Europa und Amerika. In einigen Teilen Europas setzen sich Barfußschuhe schon durch, in Amerika ist es noch eine Nische – aber es wächst langsam und stetig, und damit fühle ich mich wohl. Ob Barfußschuhe wirklich zum Mainstream werden, hängt meiner Meinung nach stark davon ab, ob große Marken anfangen, das Thema ernsthaft aufzugreifen. Dann könnte es richtig durchstarten. Viele kleinere Unternehmen setzen inzwischen auf Barfußschuhe, weil sie selbst davon überzeugt sind – aber ein Unternehmen zu führen ist viel mehr als das. Produktion, Betrieb, Verkauf und Marketing sind eine große Herausforderung, und viele finden das sehr schwierig.