Corona-Pandemie, Energiekrise, internationale Krisen und demografischer Wandel: Die unausweichlichen globalen Herausforderungen spiegeln sich in der Entwicklung der deutschen Wirtschaft wider. Für das Jahr 2023 rechnen die fünf Mitglieder des Sachverständigenrates deshalb mit einem Rückgang der deutschen Wirtschaft um 0,4%. Damit überschneiden sich die Prognosen für das laufende Jahr mit denen der Bundesregierung. Für das Jahr 2024 sei man jedoch deutlich pessimistischer: Statt wie die Bundesregierung 1,3% werde hier lediglich ein Wachstum von 0,7% prognostiziert.
Veronika Grimm, Ratsmitglied der Wirtschaftsweisen, warnt: „Es sind zeitnah wirtschaftspolitische Entscheidungen notwendig, um die Wachstumsaussichten zu verbessern.“ Hierfür sei die es nötig, Innovation und Investition anzuregen, wofür vor allem jüngere Unternehmen gefördert werden müssten. Auch auf die Reform von Zuwanderungspolitik und Rentenversicherung wird gepocht, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. Dies könne gelingen, indem man beispielsweise das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt, um dann schrittweise auf 69 Jahre erhöht zu werden. Dem Handelsblatt gegenüber sagte Ratsvorsitzende Monika Schnitzer: „Wir sind nicht der kranke, aber der alternde Mann Europas.“
Gleichzeitig prognostizieren die Wirtschaftsweisen einen Rückgang der Inflation: Statt der durchschnittlichen 6,1% in diesem Jahr soll der Wert auf 2,6% in den kommenden Jahren zurückgehen. Doch auch hier birgt die Prognose Risiken: Vor allem die Unsicherheit bezüglich des Einkaufsverhaltens der Konsumenten und Konsumentinnen stelle sich als Herausforderung da. Hier sei bisher kein klarer Trend in der Entwicklung erkennbar.