Wie sieht die geschärfte modische Ausrichtung aus?
Mit der ersten Inhouse-Kollektion für F/S 26 haben wir bewusst keinen radikalen Bruch vollzogen. Für viele Händler sind wir ein neuer Lieferant, teilweise auch mit neuen Ansprechpartnern – hier wollten wir keine zusätzliche Komplexität schaffen. Den nächsten Schritt hin zu einer klareren eigenen Handschrift gehen wir mit der Kollektion H/W 26. Unser Brot-und-Butter-Geschäft bleibt dabei zentral. Gleichzeitig setzen wir stärkere modische Impulse, etwa durch Trendfarben aus den Textilien, neue Modelle und Details am Schuh – immer in einer tragbaren casual Ausrichtung. Einzelne Modelle, wie der Court Sneaker, sollen dauerhaft verfügbar sein – als NOS-Produkte in Basic-Farben, ergänzt durch saisonale Varianten. Ein zentraler Baustein unserer neuen Handschrift ist das „Super-O“, das wir mit H/W 26 einführen. Ziel ist es, ein eigenständiges Branding mit langfristigem Wiedererkennungswert und perspektivischem Heritage-Charakter zu etablieren. Die Einführung begleiten wir erstmals mit einer eigenen Launch-Kampagne.
Was bedeutet die neue Ausrichtung für die Preislagen?
Wir wollen innerhalb der bestehenden Preislagen mehr Vielfalt schaffen. Gleichzeitig sehen wir: Je modischer ein Produkt ist, desto schwieriger wird es, höhere Preispunkte durchzusetzen. Im Zuge der Portfolioentwicklung – wie im „House of Brands“ angekündigt – wird im Womenswear-Bereich S.Oliver Black Label zu Lala Berlin überführt. Entsprechende Produkte werden künftig unter dieser Marke geführt. Ausgewählte Premiumprodukte, etwa Lederschuhe, verbleiben punktuell bei S.Oliver – im Einklang mit der neuen Handschrift. Insgesamt reduzieren wir das Angebot oberhalb von 100 Euro, mit einem klaren Cut bei 129 Euro.
Beim „House of Brands“ ist von klarer Abgrenzung, aber auch von einem gemeinsamen Dach die Rede. Gibt es künftig mehr Synergien im Schuhbereich?
Es wäre fahrlässig, bei starken Marken nicht auch Synergien zu nutzen. Unser Ansatz ist klar: ein gemeinsames Dach, effiziente Nutzung von Potenzialen – bei gleichzeitig klar differenzierten Markenprofilen. Copenhagen Studios ist und bleibt ein unabhängiges Unternehmen – mit einer klar eigenständigen Markenidentität. Für das Schuhsegment bedeutet das unter anderem, dass wir nun auch ein Comma-Portfolio anbieten und perspektivisch weitere Marken gezielt ausbauen.