Das Jahr lief für uns ordentlich, natürlich geht es immer besser“, bewertet Stefan Schrader, Geschäftsführer des Sneaker-Stores Glückstreter in Bremen. Er ist im Vorweihnachtsstress, als er auf das Jahr zurückblickt. Im Laden ist viel Betrieb, der ihn auf Trab hält, bis er einen ruhigen Moment findet, um zu resümieren. Während sein Geschäft stabil lief und er die Preise nicht reduzieren musste, gab es im Sneaker-Markt 2023 allgemein einen für die Branche ungewöhnlichen Preisdruck: „Das hat sich vor allem im November gezeigt. Der ist wegen dem Black Friday sowieso immer schwierig, dieses Jahr war er besonders schwach. Teilweise wurden Schuhe nach ein paar Wochen reduziert, weil so viel Ware auf dem Markt war.“ Im überhitzten Markt mussten viele Händler Platz im Lager schaffen, und das hat Druck auf die Mitbewerber ausgeübt. Schrader ist jedoch zuversichtlich, dass sich da kein anhaltender Trend andeutet: „Meine Hoffnung ist, dass sich die Situation wieder beruhigt, und ich glaube es auch, weil zurückhaltender geordert wird.“ Generell hat sich der Markt 2023 etwas konsolidiert, auf Kosten einiger von Schraders Kollegen. „Leider mussten dieses Jahr auch einige Sneakerhändler ihre Läden schließen, was natürlich in der Seele wehtut, wenn man weiß, wie viel Leidenschaft und Herzblut hinter jedem Laden steckt.“
Schließung aus diversen Gründen
Unter anderem musste Mischa Krewer seinen 2011 eröffneten 43einhalb-Standort in Fulda letztes Jahr schließen. Mit dem hat alles angefangen, wie der Gründer wehmütig erzählt: „Emotional war das eine sehr schwere Entscheidung, da auf den knapp 43,5 qm einiges begonnen hat, aber leider hat sich die Lage des Stores nach Corona nicht erholt.“ Die Attraktivität des Standortes habe nach der Pandemie gelitten und damit auch das Geschäft. An der Stadt Fulda, der Heimat der Gründer, wolle man jedoch festhalten und suche eine neue Location für 43einhalb in der Stadt. Die anderen beiden Standbeine, der Store in Frankfurt und der Online-Shop, lagen 2023 deutlich über dem Vorjahresumsatz. Beigetragen hat dabei die Austragung von zwei Spielen der American Football-Liga NFL in Frankfurt. Währenddessen wurde der Frankfurter 43einhalb-Store dank einer Kooperation mit der Liga zum vorübergehenden NFL-Store und verkaufte Trikots, Caps und einen limitierten Sneaker zum Event.
Eine generelle Konsumzurückhaltung spüre man also bei 43einhalb nicht, so Krewer, „lediglich die Preislagen und Sensibilität haben sich hier etwas verändert. Sneaker im Preissegment ab 200 bis 220 Euro aufwärts sind nicht mehr so stark gefragt wie noch vor zwölf bis 18 Monaten.“