Wie gelingt Führung in unruhigen Zeiten? Was unterscheidet menschliches Denken von maschineller Analyse? Und wie kann KI helfen, den Arbeitsalltag im Handwerk neu zu denken? Antworten auf diese Fragen gab die vierte Jahrestagung des GMS Verbunds, die am 23. Oktober rund 100 Mitgliedsunternehmen nach Köln führte.
Die Vorträge der fünf Referenten spannten einen weiten Bogen – von positiver Psychologie bis zur Zukunftsforschung.
Dr. Nico Rose, Experte für Unternehmenskultur und positive Psychologie, betonte: „Die stärkste Währung in der Führung ist echte menschliche Zuwendung.“ Sein Appell: Führungskräfte im Handwerk sollen gezielt Optimismus und Sinn vermitteln, um Engagement und Gesundheit im Team zu stärken. Positive Emotionen seien kein Bonus, sondern Erfolgsfaktor.
Prof. Dr. Helmut Lötzerich rückte die Wirkung von Kompressionsstrümpfen in Alltag und Sport in den Fokus: „Egal in welchem Alter – sie helfen immer.“ Seine Studien zeigen: Kompression reduziert Ermüdung, verbessert die Durchblutung und kann sogar die Lebensqualität steigern. Für die Fachhändler ein konkreter Impuls für die Beratungspraxis.
Dr. Henning Beck, Neurowissenschaftler und Bestsellerautor, machte klar: „Wir Menschen denken nicht in Daten, wir denken in Konzepten.“ KI könne analysieren, aber nicht verstehen. Kreatives Denken bleibe deshalb ein menschlicher Vorteil – sofern man Routinen hinterfragt und Mut zum Perspektivwechsel beweist.
Frank Eilers, Speaker und Transformationsexperte, stellte den Zusammenhang zwischen Arbeitszeit, Produktivität und KI-Einsatz in den Mittelpunkt. „Wir kommen vom Zeitalter der Software ins Zeitalter der Problemlösung“, sagte er. Technologie müsse den Menschen entlasten – könne ihn aber nicht ersetzen.
Zukunftsforscher Kai Gondlach schließlich ermutigte dazu, neue Führungsrollen zu denken und Unsicherheit als Normalität zu akzeptieren. Tenor: Zukunftsorientiertes Denken ist nicht die Kunst der Vorhersage, sondern die Fähigkeit, auf Veränderung vorbereitet zu sein. Für ihn ist klar: Wer heute Zukunft gestalten will, braucht Mut, kulturellen Wandel – und den Willen zur kontinuierlichen Qualifizierung.
Einen ausführlichen Bericht über die GMS-Jahrestagung lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 45.