Es ist nicht so, als hätten Dagmar und Hubert Krause, die ihr Unternehmen nun altersbedingt an die Schuhhändlerin Lisa Volk-Winterer von Schuh Volk abgeben, etwas falsch gemacht. Es gibt keinen Bedarf, alles umschmeißen zu müssen. Aber natürlich hat Volk-Winterer auch schon einige Ideen entwickelt, mit denen sie das Geschäft noch optimieren will. Sie plant zum Beispiel, das Outdoor-Sortiment zu vergrößern. Außerdem kündigt sie an: „Wir werden mit Sicherheit einen stärkeren Fokus auf Zusatzartikel legen.“ Die Frequenz im Schuhhandel ist rückläufig, erklärt sie. Um den Umsatz zu halten wird es immer wichtiger, dass die Kunden, die in den Laden gehen, mehr Produkte angeboten bekommen, die sie gebrauchen können und gerne kaufen.
Für das Personal ist das eine große Herausforderung. Den Kunden muss individuell und kompetent aufgezeigt werden, welches Produkt ihnen guttut – wenn es um Einlagen geht – oder die Lebenszeit der Schuhe verlängert – wenn es um Schuhpflege geht. Die Gefahr, die vermieden werden muss, ist dabei, dass die Kunden das Gefühl bekommen, ihnen würde gerade etwas aufgeschwatzt. Im Gegenteil werden sie den Besuch aber in positiver Erinnerung behalten, wenn sie das Gefühl haben, bei der Beratung etwas Neues über ihre Schuhe oder Füße gelernt zu haben. Die Schuhhändler sollten die Zusatzsortimente bei der Mitarbeiterschulung und auch bei der Order nicht aus den Augen verlieren. Ein zweites Paar Schnürsenkel verkauft sich schließlich immer noch leichter als ein zweites Paar Schuhe. Zumal man mit Furniturenherstellern treue Partner finden kann. Sie sind schließlich besonders darauf angewiesen, im Laden gesehen und empfohlen zu werden. Deswegen blicken sie zurzeit mit einem besonders geschärften Blick auf die Entwicklung des stationären Schuh-Einzelhandels. In dieser Ausgabe berichten einige Schuhpflege- und Strumpflieferanten, wie sie sich durch die aktuellen Herausforderungen navigieren, wie viele von ihnen es geschafft haben, die Jahresziele 2023 trotzdem zu erreichen, und was sie anbieten, um dem Handel bei der schwierigen Aufgabe des Furniturenverkaufs zu unterstützen.