Zwischen Technologie und Tragekomfort
Die Highlights der A+A
- 13.11.2025
- Petra Steinke, Valentina Görke
- 1 Minute
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Headerfoto: Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann
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Auf 13 gut gefüllten Messehallen verteilt standen praxisnahe Innovationen und Austausch im Vordergrund: von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Workwear über Robotik- und Exoskelett-Anwendungen im Exo Park bis zu Lösungen für Brandschutz und Notfallmanagement. „Die A+A steht für Internationalität, Innovation und erfolgreiches Business. Sie ist ein Ort, an dem Innovationen sichtbar werden, wertvolle Geschäftskontakte entstehen und sich Netzwerke vertiefen. Mit der A+A und unserem internationalen Portfolio im Bereich Occupational Safety and Health bieten wir Plattformen, auf denen Märkte, Marken und Menschen gemeinsam die Zukunft der Arbeit gestalten“, erklärt Marius Berlemann, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf.
Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann
Ergänzt wurde das Programm durch den 39. A+A Kongress mit Impulsen zu Prävention, psychischer Gesundheit, Klimawandel-Folgen sowie Digitalisierung und KI im Arbeitsschutz. „Der Internationale Kongress für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ist das Herzstück der A+A. Hier fließen wissenschaftliche Erkenntnisse, Praxis und politische Impulse für eine sichere und gesunde Arbeitswelt zusammen“, sagt Dr. Christian Felten, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit e.V.
Die hohe Besucherfrequenz der A+A stand in erfreulichem Kontrast zu mehreren eher verhaltenen Branchenevents und machte die hohe Relevanz des Segments deutlich – und zeigte: Es gibt sie doch noch, die großen, gut besuchten Messen mit hohem Austausch.
Auf rund 890 qm Fläche präsentierte der niederrheinische Schuhanbieter Elten seine Innovationen auf der A+A. Im Mittelpunkt stand dabei die neue Serie „Wellmaxx Feel“, die mit einem Gewicht von unter 399 Gramm pro Schuh neue Maßstäbe im Segment der leichten Sicherheitsschuhe setzen will. Es ist der leichteste Schuh dieser Art, den Elten bislang auf den Markt gebracht hat. Optisch orientieren sich die Modelle an sportlichen Sneakern, bieten dabei aber vollen Schutz: Je nach Variante kommen eine Kunststoff-Zehenschutzkappe sowie ein flexibler Durchtrittschutz zum Einsatz.
Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann
Die zehn Modelle der Serie sind in den Schutzklassen O1, S1 und S1PS erhältlich – wahlweise als Damen- oder Herrenmodell, mit klassischer Schnürung oder dem Boa Fit System Li2, das ein einhändiges Verschließen und Lockern ermöglicht. Die Einsatzbereiche sind vielfältig: Von Industrie, Lager und Logistik über den medizinischen Bereich bis hin zur Gastronomie. Die Zwischensohle besteht vollständig aus dem besonders rückfedernden Hightech-Material Infinergy von BASF und wird mit einer rutschhemmenden TPU-Laufsohle kombiniert. Das atmungsaktive Obermaterial aus Mesh und Textil trägt zusätzlich zur Leichtigkeit bei. Die S1- und S1PS-Modelle sind in den Größen 36 bis 47, die O1-Modelle in 37 bis 48 verfügbar.
Leichtgewicht: „So leicht war noch kein Sicherheitsschuh von Elten“: Tavixx XXFE bringt weniger als 399 Gramm auf die Waage. (Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann)
Weitere Neuheit: Elten erweitert auch seine sportlich designte Wellmaxx-Linie um das Modell „Heiner“, das mit einer komfortablen Sportschuhsohle ausgestattet ist. Ein weiteres Thema präsentierte Elten im firmeneigenen Future Lab: die Entwicklung einer Kühlungslasche für den Arbeitsschuh. Hintergrund ist die starke Aufheizung der Zwischensohle bei intensiver körperlicher Tätigkeit – Temperaturen von über 50 Grad Celsius sind laut Elten keine Seltenheit. Die Lösung: ein integriertes Wassersystem, das per Spritze befüllt wird und die Temperatur im Schuhinneren deutlich senken soll. Das Ziel: Mehr Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit im Arbeitsalltag.
Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann
Auch das Workwear-Unternehmen Haix präsentierte auf der Messe ein umfangreiches Angebot – sowohl im Bekleidungs- als auch im Schuhbereich. Neben der neuen Flextreme-Damenkollektion zeigte der Head-to-Toe-Anbieter auch ein neues Schuhportfolio. Dieses soll „intuitiver für die Kunden sein“, so Isabelle Mueller, Brand & Campaign Specialist bei Haix, und ist darum in drei Linien eingeteilt, die den Beanspruchungsgrad des Schuhs beschreiben: Safety, Heavy Duty und Heavy Duty Extreme. Die Schuhe der Safety-Reihe eignen sich für leichte Beanspruchungen, die Heavy Duty-Produkte für schwerere und die Heavy Duty Extreme-Produkte für extreme Bedingungen, beispielsweise beim Steinbruch oder Gleisbau. Eine weitere Neuerung sind klarere Produktbezeichnungen, die sich ebenfalls am jeweiligen Beanspruchungsgrad orientieren: 200-, 400-, 600- und 800-Modelle. Die Schafthöhe wird zusätzlich als Low, Mid und High angegeben.
Isabelle Mueller (Foto: Redaktion)
„Was die Schuhe auszeichnet, ist unser Technologiepaket XLR8 (Accelerate). Es umfasst mehrere Einzeltechnologien, die zu einer höheren Leistungsfähigkeit und weniger Ermüdung beitragen sollen, und ist in jedem Schuh verbaut.“ Zentrales Bauteil ist die Reforce-Komponente, die das Fußgewölbe stützen und die natürliche Ausrichtung des Fußes fördern soll. Ergänzt wird sie durch einen ergonomisch ausgelegten Leisten, eine adaptive Fersenkappe zur Stabilisierung sowie eine dämpfende Laufsohle.
Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann
Auch designtechnisch wurde im neuen Schuhportfolio einiges angepasst. Isabelle Mueller spricht von einer „neuen Design-Ära“, trotzdem bleibt Haix „seiner Linie treu und setzt auf hohe Qualität“. Zudem habe man versucht, die Zehenkappe der Schuhe anzupassen und diese flexibler zu gestalten. Dadurch sollen die unbequemen Druckpunkte wegfallen, die man bei regulären Zehenkappen hat.
Giovanni Falco (Foto: Redaktion)
Mit seiner neuen Produktlinie Red Stratos präsentierte das italienische Unternehmen U-Power auf der A+A einen besonders leichten Schuh, der nur knapp über 400 Gramm wiegt und sich für diejenigen eignet, die berufsbedingt täglich viel laufen – weit über 10.000 Schritte. Das Herzstück dieser Linie ist die Super Critical Technology-Sohle, deren Schaum für einen natürlichen und kontinuierlichen Rebound-Effekt sowie maximierten Tragekomfort sorgen soll. Ein zusätzliches Qualitätsmerkmal ist zum einen die HRO-Gummilaufsohle, die auch auf anspruchsvollen Oberflächen für Stabilität sorgen soll. Zum anderen soll die leichte und vollständig metallfreie Nano Fiber Toecap ein Höchstmaß an Schutz bieten.
Laut Group Managing Director Giovanni Falco lässt sich U-Power vom Sport inspirieren – besonders vom Marathon. Entsprechend erinnern die Modelle der neuen Linie optisch an sportive Sneaker und kommen mit verschiedenen farblichen Akzenten daher. Eine weitere Neuheit ist die neue PU-Stiefelserie, die per RPU-Spray-Technologie gefertigt wird. Statt PU zu gießen, wird das Material in die Form gesprüht, was die Stiefel deutlich leichter als andere PU-Boots macht.
Red Stratos (Foto: Redaktion)
Besonders stolz ist das Unternehmen auch auf seine 2024 erhaltene Ecovadis-Gold-Auszeichnung. Giovanni Falco betont: „Wir investieren viel in die Lebensqualität unserer Mitarbeiter.“ In der Fabrik in Tunesien sind derzeit etwa 4.000 Menschen beschäftigt, die alle eine von der U-Power Group bezahlte Krankenversicherung haben. Das nächste Ziel: die Ecovadis-Platin-Auszeichnung.
Auch das Familienunternehmen HKS war auf der A+A vertreten. Die Firma Heinrich Klumpen Söhne wurde 1908 in Deutschland gegründet und wird aktuell in der vierten Generation von den Brüdern Dr. Christoph Klumpen und Dr. Fabian Klumpen zusammen mit ihrem Vater Johannes Klumpen geführt. Das in Nettetal ansässige Unternehmen produziert bereits seit über 114 Jahren Sicherheitsschuhe und ist laut Dr. Christoph Klumpen besonders bekannt für seine modernen Modelle. „Dass wir designtechnisch sehr weit vorne liegen, war schon immer unser USP. Gerade in diesem Jahr haben wir stark mit neuen Materialien experimentiert, sowohl im Schaftbereich als auch in der Sohlentechnologie.“
Foto: Redaktion
Bekannt ist das Unternehmen auch für das besonders leistungsstarke und thermoplastische Polyurethan Avalon Gecko TPU. TPU-Laufsohlen sollen die Vorteile von TPU-Laufsohlen und Gummilaufsohlen vereinen und im Vergleich zu herkömmlichen Laufsohlen aus PU, TPU oder Gummi um ein Vielfaches belastbarer sein.
Modell aus der Barefoot-Serie (Foto: Redaktion)
Laut Dr. Christoph Klumpen fokussiert sich HKS mehr und mehr auch auf den modischen Aspekt. Das ist am ausgestellten Sortiment erkennbar. Auch hier stehen einige sportliche Modelle, die optisch an Sneaker erinnern. Eine weitere Besonderheit ist die Linie HKS Barefoot-Feeling, die das natürliche Laufgefühl so nah wie möglich simulieren soll. Das sei zwar kein USP mehr, da sich inzwischen viele Hersteller diesem Thema angenommen hätten, aber dennoch ein Verkaufsargument. „Wir versuchen, die Vorteile von Barfußschuhen in die Welt der Sicherheitsschuhe zu übertragen.“ Dazu gehören eine anatomische Zehenbox für mehr Zehenfreiheit, eine reduzierte Sprengung, flache und flexible Laufsohlen sowie leichte Obermaterialien und Sohlen. Im Fokus soll die Fußgesundheit stehen.
Foto: Redaktion
Was einst mit der Fertigung von Kinder-, Straßen- und Wanderschuhen begann, entwickelte sich über Generationen hinweg zu einem international agierenden Anbieter für Sicherheitsschuhe. Seit 1863 ist das Unternehmen im Schuhhandwerk tätig und hatte auf der A+A unter anderem seine neue Duro Guard-Serie im Gepäck. Sie ist für verschiedene Arbeitsbereiche entwickelt und vereint bewährte Steitz Secura Merkmale wie die Faserdämpfung mit innovativen Funktionen wie der neu entwickelten Perbunan Multi Flex Sohle. Das Highlight der Laufsohle ist die integrierte Flex-Zone im Bereich des Vorderfußgrundgelenks, bestehend aus flexiblem Perbunan-Material. Die Duro Guard-Serie wird ergänzt durch Microfaser-Modelle, die sich durch ihr geringes Gewicht auszeichnen. Das Obermaterial ist wasserabweisend und dennoch atmungsaktiv. Neu bei diesen Modellen ist auch eine integrierte Keramiküberkappe. Laut Key Account Manager Ferhat Simsek ist Steitz Secura eines der ersten Unternehmen, die eine solche Keramikbeschichtung anbieten.
Modell aus der Duro-Guard-Serie (Foto: Redaktion)
Außerdem ausgestellt war die Competition-Modellreihe, die sich durch Schuhe in Sneaker-Optik auszeichnet. In die Zwischensohle ist ein Rebound-System eingebaut, das die Energie beim Abrollen speichert. Die Modelle verfügen über eine metallfreie Composite-Zehenschutzkappe, was ihnen ein leichtes Tragegefühl verleiht.
Ferhat Simsek beurteilt die A+A als sehr gut. „Wir sind mit der Messe sehr zufrieden. Unsere Modelle kommen super an, vor allem auch unsere neue Duro Guard-Serie. Viele Hersteller kommen extra zu uns, um sich nach Neuheiten zu erkundigen und zu schauen, was sie für ihre eigene Entwicklung mitnehmen können.“
Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann
Die belgische Marke Safety Jogger feiert dieses Jahr ihren 25. Geburtstag, bringt jedoch bereits über 70 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung von Schuhen und Bekleidung mit. Die Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1950, als das Familienunternehmen Cortina in Belgien gegründet wurde. Im Laufe der Jahre entwickelte sich Cortina zu einem globalen Unternehmen mit vielen Marken in seinem Portfolio – darunter Safety Jogger, die sich heute als Head-to-Toe-Anbieter für PSA versteht.
Professional Medium (Foto: Redaktion)
Die größte Neuheit, die auf der A+A präsentiert wurde, ist das Modell Freedom. Wie der Name erahnen lässt, soll es das Gefühl eines Barfußschuhs vermitteln und stellt Komfort an erste Stelle. Die Schuhe für die Industrie sind in die Kategorien Light, Medium und Heavy unterteilt, die sich nach dem jeweiligen Belastungsgrad des Berufs richten. Im September dieses Jahres erreichte Safety Jogger den höchsten Ecovadis-Platin-Status. Marketing Managerin Tessa Foubert sieht dies als „Validierung unserer Arbeit“. Die Marke legt großen Wert auf Nachhaltigkeit. So bestehen beispielsweise alle Fußbetten der Sicherheitsschuhe aus recycelten Materialien. Ein weiterer Produktbereich ist Safety Jogger Professional. Dieser richtet sich hauptsächlich an Berufe in den Bereichen Catering und Reinigung. Ergänzt wird das Portfolio durch eine Outdoor-Kollektion mit Modellen sowohl für die Straße als auch für die Natur.
Das gesamte Sortiment ist laut Tessa Foubert nicht nur auf reinen Sicherheitsschutz ausgelegt, sondern auch auf Lifestyle und soll zu allen Anlässen getragen werden können.
Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann
Das familiengeführte Unternehmen mit Sitz am Niederrhein zeigte auf der A+A sein patentiertes und bewährtes Go & Relax-System. Dieses soll die Füße und Gelenke beim Gehen entlasten und langfristig vor Arthrose schützen. Über die Boden- und Kappenkonstruktion werden die Schuhe so konstruiert, dass sie entlang der Zehengrundgelenke abknicken. Das gelingt durch eine Verlängerung der Kappe an der äußeren Seite.
Auch die Barfuß-Sicherheitsschuhe, die seit zwei Jahren auf dem Markt sind, seien ein Besuchermagnet, so Karsten Keidel, technischer Direktor bei Baak. Der Zuspruch für diesen Schuh sei enorm; viele Besucher kämen allein deswegen an den Stand. „So viel Barfußschuh wie möglich und so wenig Sicherheitsschuh wie nötig“ – so beschreibt es Karsten Keidel. Das sei Ziel und Herausforderung zugleich bei der Entwicklung. Zurzeit verkaufe sich die Adventure-Serie am besten, die mit dem Go & Relax-System ausgestattet ist. Neue Innovationen sind dabei der textile Durchtrittschutz Neo Shield und das High Rebound-System in der Sohle. Seit Kurzem wird die Serie um zwei Damenmodelle erweitert, die mit weiterentwickelten Damenleisten gefertigt werden und erstmals auf der A+A ausgestellt wurden.
„Bei uns soll der Fuß den Schuh kontrollieren – nicht umgekehrt.“
Karsten Keidel|Baak
Damenmodell Alessia aus der Adventure-Serie (Foto: Redaktion)
Für Baak steht Natürlichkeit an erster Stelle. „Wir gucken uns den Fuß genau an und analysieren, wie er sich bewegt, damit wir Schuhe produzieren können, die sich dem Fuß anpassen. Bei uns soll der Fuß den Schuh kontrollieren – nicht umgekehrt.“ Der Trend im Sicherheitsschuhsegment gehe zu sportiven Optiken und Boa-Verschlüssen. Gerade letztere werden laut Karsten Keidel immer wichtiger.
Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann
Beim Dortmunder Spezialisten Atlas drehte sich auf der A+A alles um die Themen Fußgesundheit, Individualisierung und Digitalisierung. Zu den Neuheiten gehört die Fast Series mit Strickoberteil für Leichtigkeit und Flexibilität. Die Schuhe eignen sich beispielsweise für Tätigkeiten im Logistikbereich. Ebenfalls neu sind Schuhe aus dem CI-Programm. Hier bietet das Unternehmen drei Grundmodelle an, die mit einem eigenen Logo veredelt werden können. Die Max-Serie wartet mit einem besonderen Schaftmaterial auf, das leichter und doppelt so atmungsaktiv ist wie Leder. Damit sei der Schuh ideal für den Bau.
Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann
Wichtig ist dem Unternehmen, seine Kunden mit optimal passenden Schuhen und gegebenenfalls auch Einlegesohlen zu versorgen. Bei sogenannten Fit Days ist das Vertriebsteam vor Ort bei den Unternehmen – und hat alles an nötigem Equipment in einem Anhänger dabei. Darin lassen sich die Füße individuell vermessen und die passenden Angebote empfehlen. „Wir wollen für das Thema Fußgesundheit sensibilisieren“, teilt das Unternehmen mit. Teilweise werden orthopädische Einlagen im 3-D-Verfahren bei Atlas gedruckt.
Das Unternehmen wurde vor 115 Jahren gegründet und wird heute in fünfter Generation geführt. Auf der Messe war Atlas mit einem Stand von mehr als 1.200 qm Fläche vertreten.
Foto: Uvex
Unebenes Gelände, extreme Temperaturen, chemische Einflüsse: Wer in besonders anspruchsvollen Arbeitsumfeldern unterwegs ist, braucht zuverlässige Ausrüstung. Mit dem neuen Uvex 3 Macsole Boa bringt Uvex Safety einen Sicherheitsstiefel auf den Markt, der speziell für härteste Bedingungen ausgelegt ist – und dabei laut Hersteller höchsten Tragekomfort bietet.
Im Zentrum steht die neue Macsole-Gummilaufsohle, die sich laut Uvex durch extreme Rutschhemmung sowie besonders hohe Beständigkeit gegenüber Hitze, Chemikalien und Schnitten auszeichnet. Das Waterstop-Obermaterial sei viermal länger wasserabweisend, als es die Norm vorgibt, und sorge für trockene Füße auch bei Nässe. Für ein angenehmes Klima im Schuh komme zudem die Uvex Climazone-Technologie mit atmungsaktivem Textilfutter zum Einsatz.
Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann
Sichtbarkeit und Schutz bringt das Modell ebenfalls mit: Reflektierende Elemente erhöhen die Sichtbarkeit, der integrierte Knöchelschutz soll Stöße im sensiblen Knöchelbereich dämpfen. Die Sohlenkonstruktion sorgt zudem für bequemes Gehen und Abrollen. Trotz der robusten Ausstattung bleibt der Stiefel vergleichsweise leicht. Möglich wird das unter anderem durch die spezielle Geometrie der Sohle, die laut Uvex das Gewicht um bis zu 20 % reduziert. Auch beim Thema Nachhaltigkeit soll das Modell Zeichen setzen: Die Laufsohle besteht zu etwa einem Drittel aus recyceltem Gummi, in der Zwischensohle kommt Granulat aus produktionsbedingten Überschüssen zum Einsatz, das Komfortfußbett weist einen Recyclinganteil von 72 % auf.
Während der A+A zeigte auch der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L) Flagge. Bei einer Pressekonferenz erläuterten Torben Schütz (stellvertretender Hauptgeschäftsführer HDS/L), Michael Huth (Geschäftsführer Steitz Secura), Michael Tackenberg (Vorsitzender des PFI) und Daniel Feische (Messe Düsseldorf), wie sich das Segment Fuß- und Beinschutz entwickelt.
Laut Daniel Feische ist die Messe im Jahr 2025 die größte aller Zeiten, mit 88.000 qm Nettofläche und mehr als 2.300 Ausstellern aus 70 Ländern. Dabei sei das Segment Fuß- und Beinschutz einer der größten Bereiche. Vor allem Industrie- und Handwerksbetriebe sind Zielgruppe der Messe. Zunehmend seien aber auch Sicherheitsbeauftragte von Unternehmen sowie Verantwortliche aus dem HR-Bereich als Fachbesucher vor Ort.
Vor allem Sneaker haben das Feld der Sicherheitsschuhe erobert. Das ist aus Sicht von Michael Huth logisch: „Wenn ein solcher Schuh nicht gefällt, wird er nicht gern getragen. Das Design spielt eine wichtige Rolle.“
Am PFI-Stand diskutierten Daniel Feische, Michael Tackenberg, Dr. Claudia Schulz, Michael Huth und Torben Schütz (v.l.n.r.) über die Bedeutung des Sicherheitsschuhsegments. (Foto: Redaktion)
Die Inlandsverfügungsmenge an Sicherheitsschuhen beziffert der HDS/L laut Torben Schütz auf 9,6 Mio. Paar im Jahr 2024 – 1,3 % mehr als im Vorjahr. „Wir haben stark vom Wirtschaftswachstum der letzten Jahre profitiert“, so Schütz. Allerdings: Wenn jetzt in einer kriselnden Wirtschaft Werke geschlossen werden, wirkt sich das ebenfalls auf die Branche aus. Die Ausfuhrmenge lag 2024 bei 1,3 Mio. Paar Schuhen, vor allem in die Niederlande, nach Polen und nach Österreich. Wobei die beiden erstgenannten Länder auch wichtige Logistikstandorte sind; es ist also davon auszugehen, dass die Schuhe von dort noch weiter transportiert werden. Die Einfuhrmenge an Sicherheitsschuhen betrug im ersten Halbjahr 2025 2,9 Mio. Paar (+13 %). 6,9 Mio. Paar Sicherheitsschuhe wurden im vergangenen Jahr in Deutschland hergestellt.
Für das Prüf- und Forschungsinstitut spielen Sicherheitsschuhe eine wichtige Rolle. Michael Tackenberg: „Wir befassen uns seit 70 Jahren damit.“ Das Segment sei auch ein Impulsgeber, weil die Unternehmen immer wieder auf neue Vorgaben reagieren müssen. Auch befasst sich das PFI zusammen mit den Unternehmen mit dem Thema Kreislaufwirtschaft. „Es laufen verschiedene Forschungsprojekte“, so der PFI-Vorsitzende. Die Fabrikanten seien in diesem Bereich Vorreiter.
„Es würde uns sehr helfen, wenn wir nach drei Jahren Niedergang wieder mal einen Aufschwung erleben würden.“
Michael Huth|Steitz Secura
Foto: Redaktion
Der HDS/L setzt sich aktuell dafür ein, dass Herstellerinformationen künftig digital bereitgestellt werden können. Die aktuell noch gedruckten Varianten erzeugten Berge von Papier, die letztlich kaum gelesen würden. Eines der Omnibus-Verfahren der EU-Kommission sieht vor, digitale Lösungen zu forcieren. Geklärt werden muss aber, ob dies sowohl für B2B als auch für B2C gelte.
Feststellbar sei aktuell, dass mehr Sicherheitsschuhe aus China auf den deutschen Markt kommen – teilweise produziert von deutschen Marken, die in Fernost fertigen lassen, teilweise aber auch von chinesischen Firmen. Laut Michael Huth sind es in einigen Fällen auch Textilhersteller, die Schuhe als weiteres Segment anbieten und diese in China fertigen lassen. Die derzeit angespannte Wirtschaftslage spüren die Hersteller von Sicherheitsschuhen. Huth hat einen klaren Wunsch: „Es würde uns sehr helfen, wenn wir nach drei Jahren Niedergang wieder mal einen Aufschwung erleben würden.“