Gegen die Kündigungen im Zalando-Logistikzentrum in Erfurt sind insgesamt 109 Klagen beim Arbeitsgericht Erfurt eingegangen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und Angaben eines Gerichtssprechers. Die Beschäftigten wenden sich demnach vor allem gegen Kündigungen, die Zalando Ende Juli ausgesprochen hatte. Die Verfahren verteilen sich auf alle sechs Kammern des Arbeitsgerichts.
Die ersten beiden Güteverhandlungen fanden am 28. August statt und endeten ohne Einigung, wie der MDR berichtet. Da keine einvernehmliche Lösung zwischen den Parteien gefunden wurde, sollen die beiden Verfahren vor der zuständigen Kammer weitergeführt werden. Als Termin nennt der MDR den 19. März 2027. Insgesamt sollen bis November Güteverhandlungen zu den eingereichten Klagen stattfinden.
Hintergrund ist die geplante Schließung des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt zum Ende September. Zalando hatte die Entscheidung im Januar angekündigt und mit der Neuordnung seines europaweiten Logistiknetzwerks begründet. Dabei sollen die Logistikkapazitäten nach der Übernahme von About You im gemeinsamen Netzwerk beider Unternehmen neu ausgerichtet werden.
Zuletzt waren laut den Medienberichten noch mehr als 2.000 Beschäftigte von der Standortschließung betroffen. Anfang Juli wurde nach längeren Verhandlungen zwischen Unternehmen und Arbeitnehmervertretung ein Sozialplan beschlossen.
Der operative Betrieb in Erfurt läuft derweil aus. Nach Angaben von Betriebsrätin Jana Clausen gegenüber dem MDR werden von dem Standort inzwischen keine Pakete mehr an Kunden versendet. Vorhandene Waren würden derzeit in andere Logistikzentren verlagert.