Onlinehandel

Corona-Krise drückt Zalando in die roten Zahlen

Der Zalando-Vorstand (v.li.): David Schröder, Jim Freemann, Rubin Ritter, Robert Gentz, David Schneider (Foto: Zalando)
Der Zalando-Vorstand (v.li.): David Schröder, Jim Freemann, Rubin Ritter, Robert Gentz, David Schneider (Foto: Zalando)

Die Corona-Krise trifft Zalando. Der Onlinehändler erwartet für 2020 deutlich weniger Umsatz und Gewinn. Zalando will zudem den stationären Handel unterstützen. 

Zalando erwartet, dass im ersten Quartal das Wachstum des Umsatzes und des Bruttowarenvolumens (Gross Merchandise Volume, GMV) trotz starker Zunahme zu Jahresbeginn deutlich unterhalb des erhobenen Analystenkonsensus vom 11. März liegen wird. Die Analysten erwarteten damals ein Umsatzwachstum in Höhe von 19%, ein GMV-Wachstum von 22,8% und beim bereinigten EBIT ein Minus in Höhe von 28 Mio. Euro. „Da die Verbraucher ihr Verhalten an die neue Situation anpassen und kurzfristig ihre Konsumausgaben einschränken, haben wir seit den Ausgangsbeschränkungen in mehreren Ländern negative Auswirkungen auf unseren Umsatz  verzeichnet, was sich auch auf unser Finanzergebnis auswirkt“, heißt es in einem Brief des Zalando-Vorstands. Konkrete Zahlen zum ersten Quartal wird Zalando am 16. April veröffentlichen. Darüber hinaus verschiebt das Unternehmen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland die für den 20. Mai 2020 in Berlin geplante Hauptversammlung.

Auch die Prognose für das Gesamtjahr 2020 könne nicht erreicht werden, teilte Zalando weiter mit. Der Vorstand werde eine neue Prognose abgeben, sobald der weitere Verlauf der Corona Pandemie verlässlicher abgeschätzt werden könne. Die Wachstumsstrategie von Zalando bis 2023/24 hatte für 2020 ein GMV-Wachstum von 20 bis 25% und ein Umsatzwachstum zwischen 15 und 20% vorgesehen. Das Unternehmen rechnete außerdem mit einem bereinigten EBIT zwischen 225 und 275 Mio. Euro.

Zalando verzichtet auf Kommission

„Als Europas führende Modeplattform teilen wir Risiken und Chancen mit der Modebranche“, teilt der Zalando-Vorstand weiter mit. In den vergangenen Wochen sei in vielen Gesprächen mit Marktteilnehmern deutlich geworden, dass die Zalando-Plattform in diesen Zeiten für Marken wie auch für stationäre Händler einen entscheidenden Unterschied machen könne. Daher wolle der Onlinehändler die Anbindung des stationären Handels an die Plattform beschleunigen, damit sie zumindest einen Teil ihres Geschäfts aufrechterhalten könnten. Vom 1. April bis zum 31. Mai zahlen daher neue und bestehende Partner des Connected Retail-Programms keine Kommission, wenn sie ihr Sortiment bei Zalando anbieten und über die Plattform verkaufen. Darüber hinaus wechselt das Unternehmen von monatlichen zu wöchentlichen Auszahlungen, um bei finanziellen Engpässen zu helfen und Liquidität zu unterstützen. 

„Aktuell sind mehr als 1.500 Geschäfte in Deutschland und den Niederlanden an unsere Plattform angebunden und sie generieren einen relevanten Anteil ihres Umsatzes bei uns. In der aktuellen Situation passen wir unser Angebot an, um Geschäfte noch stärker zu unterstützen: Wir verzichten komplett auf unsere Provision und zahlen die Umsätze wöchentlich an Partner aus”, erklärte Carsten Keller, VP Direct-to-Consumer. Connected Retail könne von allen Händlern und Marken mit physischen Geschäften genutzt werden, die Produkte aus dem bestehenden Zalando Sortiment anbieten. „Geschäfte können ihren Bestand unkompliziert an unsere Plattform anbinden. Zalando kümmert sich um die Online-Inhalte, Zahlungsabwicklung, Kundenbetreuung und unterstützt Partner mit einem persönlichen Ansprechpartner“, so Keller.

Helge Neumann / 31.03.2020 - 07:43 Uhr

Weitere Nachrichten