Dabei sei das alles eine One-Woman-Show, sagt Rühl: Vom Design und der Abstimmung mit der Produktion über Onlineshop und Versand bis hin zu Social Media macht die 34-jährige alles alleine. Daneben arbeitet sie mittlerweile auch als Fotografin und verantwortet entsprechend die Bildsprache ihrer Marke. Wie man das alles als einzelne Person schafft? „Einfach machen“, lacht sie. Und betont: „Ich mache das einfach super gerne.“
Auch, wenn der Schwerpunkt aktuell auf dem Onlinevertrieb liegt, war Katharina Rühl von Anfang an wichtig, ihren Kundinnen auch eine persönliche Anprobe zu ermöglichen. In ihrem kleinen, 20 qm-großen Atelier in der Mainzer Kaiserstraße können sie dafür individuelle Termine vereinbaren. „Ich fand es wichtig, dass man Schuhe anprobieren kann“, sagt sie. Der Weg in den stationären Schuhfachhandel bleibe ihr bisher allerdings noch verwehrt. Rühl habe früh den Kontakt zu spezialisierten Unternehmen gesucht und war auch auf einer Messe vertreten, habe jedoch so gut wie keine Resonanz erhalten. Ihre Einstellung bleibt trotzdem positiv: „Das ist das Spannende an einem Start-up. Man muss erstmal einen langen Weg gehen, um Aufmerksamkeit zu bekommen.“ Wenn sich die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit dem stationären Fachhandel in Zukunft ergebe, sei sie jedoch mehr als offen dafür.
Die harte Arbeit und das Durchhaltevermögen haben sich jedoch gelohnt: Mittlerweile spüre Katharina Rühl deutlich mehr positive Resonanz und Sichtbarkeit. Besonders die persönliche Rückmeldung und die Dankbarkeit vieler Kundinnen hätten sie überrascht und berührt. Rühl beschreibt ihre Arbeit deshalb als „bewegenden Job“.