„Einzelhandel finanziell ausgehungert“

November: Massiver Umsatzrückgang im Mode- und Schuhhandel

Weitreichende Kontaktbeschränkungen dürften die Frequenz in den Innenstädten deutlich verringern. (Foto: 30daysreplay/Unsplash)
Weitreichende Kontaktbeschränkungen dürften die Frequenz in den Innenstädten deutlich verringern. (Foto: 30daysreplay/Unsplash)

Die innerstädtischen Einzelhändler beklagen in der ersten November-Woche einen massiven Rückgang der Kundenzahlen und deutlich sinkende Umsätze. Dies hat der HDE in einer Trendumfrage ermittelt.  

Mehr als 500 Handelsunternehmen habe man befragt, so der HDE. Man appelliere dringend an die Bundesregierung, auch Einzelhändler in ihr Nothilfeprogramm aufzunehmen und die Hürden für Überbrückungshilfen zu senken.
„Ohne staatliche Nothilfen werden viele mittelständische Innenstadthändler diesen November wirtschaftlich nicht überleben können“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die HDE-Trend- Umfrage zeige, dass die befragten Innenstadthändler in der ersten Novemberwoche im Durchschnitt Umsatzausfälle von mehr als einem Drittel verzeichnen. Bei den Kundenzahlen sähen die Unternehmen im Durchschnitt einen Rückgang von mehr als 40% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Am schlimmsten treffe es dabei die Bekleidungs- und die Schuhhändler.

„Die Zahlen machen klar, dass der Einzelhandel, obwohl er weiterhin öffnen darf, vielerorts in einer sehr schwierigen Lage ist. Die Bundesregierung hat mit ihrem Lockdown light eine Situation geschaffen, in der der innerstädtische Einzelhandel bei offenen Ladentüren finanziell ausgehungert wird“, so Genth weiter. Die Händler seien in einer unverschuldeten Notlage und deshalb auf staatliche Hilfe angewiesen. Eigene finanzielle Rücklagen und Reserven seien insbesondere im Bekleidungshandel bereits für die Bewältigung des ersten Lockdowns aufgebraucht worden. Die Bundesregierung müsse deshalb rasch für entsprechende Hilfen sorgen, die auch bei den betroffenen Innenstadthändlern ankämen.

Genth: „Es geht hier um die Existenz eines großen Teils der Kernbranchen unserer Innenstädte. Wenn die Händler mit Mode und Textilien, Sport- und Schuhgeschäfte sowie Kauf- und Warenhäuser ihre Türen für immer schließen, dann veröden ganze Innenstädte und für viele Menschen brechen Arbeitsplätze und ein Stück Heimat weg.“

 
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Petra Steinke / 09.11.2020 - 12:56 Uhr

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