Ladendiebstahl verursacht im Einzelhandel hohe wirtschaftliche Schäden und stellt Händler ebenso wie Strafverfolgungsbehörden vor wachsende Herausforderungen. Vor allem gewerbsmäßig und bandenmäßig organisierte Delikte rücken dabei zunehmend in den Fokus. Der Handelsverband Deutschland (HDE) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) haben nun gemeinsame Vorschläge für eine konsequentere Bekämpfung vorgelegt.
In ihrem gemeinsamen Papier sprechen sich HDE und GdP dafür aus, die personelle und technische Ausstattung von Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichten deutlich zu verbessern. Nach Angaben der beiden Organisationen entsteht dem Einzelhandel durch Ladendiebstähle jährlich ein wirtschaftlicher Schaden von mehr als 3 Mrd. Euro. Für 2026 sprechen HDE und GdP von einem bisherigen Höchstwert.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf gewerbsmäßig und bandenmäßig begangenen Diebstählen. Nach Schätzung der Verfasser entfällt rund ein Drittel der Taten auf diese Formen. Gleichzeitig gehen sie von einem erheblichen Dunkelfeld aus: Rund 25 Mio. Ladendiebstähle pro Jahr blieben demnach unentdeckt.
Zu den geforderten Maßnahmen gehört außerdem, offene Videoüberwachung im Einzelhandel rechtssicher und praxistauglich zu ermöglichen. HDE und GdP regen eine bundesweit einheitlichere Auslegung der Datenschutzregeln an. Zudem solle geprüft werden, unter welchen Voraussetzungen künftig auch KI-gestützte Videoanalysen zur Diebstahlprävention eingesetzt werden können.
Für die Verfolgung organisierter Täterstrukturen schlagen die Organisationen unter anderem Schwerpunktstaatsanwaltschaften auf Landesebene und einen verbesserten Informationsaustausch zwischen den Behörden vor. Darüber hinaus fordern sie wirksame strafrechtliche Sanktionen, eine konsequente Vermögensabschöpfung sowie eine stärkere internationale Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden.