Holly blinzelt aus gelben Augen. Die fünf Monate alte Deutsch-Kurzhaar-Dame räkelt sich auf dem Kissen im großen neuen Büro ihres Besitzers. “Holly übt noch”, sagt Achim Gabor. Will sagen: ruhig bleiben, wenn ein Besucher das Büro betritt, und nicht direkt jeden freundlich anspringen, der sich ihr nähert. Holly ist der Neuzugang in der Familie; insgesamt besitzen die Gabors vier Hunde. Dass jetzt direkt neben ihr ein Interview geführt wird, weckt Hollys Interesse nur für kurze Zeit – dann döst sie entspannt ein.
Vor kurzem erst hat Achim Gabor sein neues Büro am Firmensitz bezogen. Es sind die Räumlichkeiten, in denen sein Vater jahrelang arbeitete. Von hier aus blickt man auf den Eingangsbereich des Unternehmenskomplexes, man sieht, wer kommt und geht. Und ist zugleich mittendrin im Geschehen. Nicht abgeschottet, sondern jederzeit ansprechbar. Alles ist hell, klar, auf das Wesentliche reduziert. Gabor hat das Büro weitestgehend so gelassen wie es war. Neu ist der Computer auf dem Schreibtisch (“den hatte mein Vater nie”), neu ist auch die spektakuläre Fotografie der Hongkong Skyline – aufgenommen vom Peak.
schuhkurier: Sie haben 2005 den ’Staffelstab‘ von Ihrem Vater übernommen. Welchen anderen beruflichen Weg hätten Sie sich vorstellen können?
Achim Gabor: Zunächst einmal: Bevor ich den Vorstandsvorsitz von meinem Vater übernahm, war ich ja schon seit 2002 im Vorstand tätig. Insofern stand meine berufliche Richtung schon seit längerem fest. Allerdings hatte ich immer – und habe sie heute noch – eine ausgeprägte Affinität zu Tieren. Ich hätte mir als junger Mensch auch einen Weg in die Tiermedizin oder Biologie vorstellen können. Letztlich aber stellte sich diese Frage irgendwann nicht mehr. Mein Vater hat mir natürlich die Schuhbranche nahe gebracht. Ich war schon früh auf Messen. Das Unternehmen war in unserer Familie immer präsent. Bis hin zur Tatsache, dass viele Dinge bei uns daheim in Schuhkartons aufbewahrt wurden. Insofern habe ich also irgendwann die Entscheidung für die Schuhbranche getroffen. Meine acht Jahre ältere Schwester wählte den Weg ins Modebusiness. Unsere Eltern haben nie Druck auf uns ausgeübt. Wir waren in unserer Berufswahl völlig frei.
sk: Stichwort ’Generationswechsel‘: Welche Strategien und Ansätze Ihres Vaters setzen Sie bewusst fort – und welche neuen Impulse sind Ihnen darüber hinaus wichtig?
Das vollständige Interview mit Achim Gabor lesen Sie in unserer Jahresschlussausgabe schuhkurier 51/52!