Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller setzte sich in der Vergangenheit vermehrt für Recycling und Naturschutz ein. So auch die Kooperation mit der Umweltorganisation Parley for the Oceans: Mit aus den Ozeanen gefischtem Plastik wurden beispielsweise die Nationaltrikots der DFB-Elf für die Fußball-WM in Katar 2022 gefertigt.
Bereits damals gab es jedoch Zweifel, als das Recherchekollektiv Flip gemeinsam mit der Wochenzeitung Zeit eine Unstimmigkeit in der Kooperation feststellte: Nur rund 20% des recycelten Materials stammten von der Umweltorganisation, die restlichen 80% kamen aus eigenen Lieferketten des Sportunternehmens in Thailand und auf den Philippinen – sehr zur Verwunderung der Parley-Geschäftsführung.
Kooperation wird beendet
Nach den Recherchen des Medien-Startups Flip gab es seitdem keine prominente Erwähnung der Partnerschaft. Auch für die neuen Nationaltrikots, deren Ausstatter Adidas aktuell noch ist, findet Ozeanplastik keine Erwähnung. Auf Anfrage des Startups erklärte Adidas, die Partnerschaft mit Parley for the Oceans mit „Ablauf des Jahres 2024 vertragsmäßig“ zu beenden. Dies sei der Umweltorganisation bereits seit 2022 bekannt. Die Folge: Nach 2024 werden keine weiteren Produkte aus der gemeinschaftlichen Kooperation zwischen Adidas und Parley produziert.
So geht es weiter
Den genauen Grund geben die Unternehmen nicht bekannt. Bereits 2023 teilte Adidas Flip mit, 99% des verwendeten Polyesters von recycelten Quellen zu beziehen. Die 100-prozentige Umstellung auf recyceltes Plastik soll in diesem Jahr folgen.
Parley for the Ocean möchte indes die Produktionsabläufe anpassen: Das verwendete Ozeanplastik werde mit chemischen Tracern versehen, um die Lieferkette lückenlos nachweisen zu können. Außerdem, so Flip, werde Parley die Produktionsprozesse bis zur Garnherstellung selbst verantworten.