Auch das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt die Selbitzer Unternehmer. Ihnen ist bewusst, dass ein Schuh, zumal ein direktbesohlter, nicht ohne weiteres in seine Einzelteile zerlegt und recycelt werden kann. „Im Rahmen unserer Möglichkeiten tun wir, was wir können“, betont Anne Teutsch-Mohr. Alle Zulieferbetriebe seien zertifiziert. Regelmäßig sei man dort vor Ort, um höchste Qualität sicherzustellen. An Möglichkeiten, recyceltes PU bei der Direktbesohlung zuzuführen, werde derzeit gearbeitet. Beim gewohnten Komfort will die Unternehmerfamilie indes keine Kompromisse machen, und auch Greenwashing erteilt sie eine Absage. Unter Nachhaltigkeit versteht man bei Jomos auch, Arbeitsplätze in der Region zu wahren. Alles soll wahrhaftig und authentisch sein.
Menschen, die bequem und ohne Schmerzen durchs Leben gehen wollen, die langlebiges, zeitloses Schuhwerk wünschen, will das Traditionsunternehmen bedienen. Darum bietet Jomos ein Größenspektrum von 36 bis 44 für Damen und von 39 bis 53 für Herren an. Alle Schuhe sind mit Wechselfußbett ausgestattet, das bei Bedarf durch eine individuelle Einlage ausgetauscht werden kann. Auch die Mehrweiten H, K und M gehören zum Programm – „viele Vorzüge, über die wir vielleicht mehr reden sollten“, sagt Anne Teutsch-Mohr. Die 43-Jährige ist in der Geschäftsführung für Vertrieb und Marketing verantwortlich. Ihre Schwester Eva-Maria (36) betreut den kaufmännischen Part. Werner Mohr und Anne Teutsch-Mohr entwickeln zudem die Kollektionen weiter. Wenn eine Familie gemeinsam einen Betrieb führt, kann das Reibung erzeugen. Das ist allen Beteiligten klar. Ehepartner, Enkelkinder und das Unternehmen – alles muss zusammen funktionieren. Die Herausforderung, das zu erhalten, was über Jahre aufgebaut wurde, ist enorm. „Wir haben nach dem Tod meines Bruders gemeinsam entschieden, diese Herausforderung anzunehmen“, betont Werner Mohr. Natürlich sei nicht jeder Tag gut. „Aber es kann sein, was will. Abends sagen wir uns immer Gute Nacht. Und am nächsten Tag wünschen wir uns einen guten Morgen.“