Profitabilität sichern
Die bereits im vergangenen Quartalsbericht angekündigte Einführung eines Mindestbestellwertes habe sich zudem laut den Verantwortlichen positiv auf eine Verbesserung der Profitabilität ausgewirkt. Die Kundinnen und Kunden kaufen nun mehr oder zahlen Extra-Versandgebühren und machen so jede Bestellung profitabel. Die Sicherung der Profitabilität sei zurzeit das Hauptziel, nach welchem das Unternehmen seine Strategie ausrichtet. Dafür wurde auch an der Effizienz gearbeitet und die Kosten konnten um 100 Mio. Euro gesenkt werden. „Das Konsumklima ist an einem neuen Tiefpunkt angekommen und die Inflation weiterhin hoch. Daher haben wir frühzeitig und konsequent Maßnahmen ergriffen, um unsere Profitabilität zu stärken“, sagte CFO Sandra Dembeck zu den Maßnahmen: „Es ist unklar, wie sich die Verbraucherausgaben im vierten Quartal entwickeln werden. Wir arbeiten weiterhin hart daran, unsere strategischen und finanziellen Ziele zu erreichen.“ Zalando kündigte außerdem neue Formate an, die Zalando weiter zur Lifestyle-Plattform entwickeln sollen, gemäß dem Credo der „Starting Point for Fashion“ zu werden. In Zukunft soll es bei Zalando Videoshopping und mehr Kuratierungsaktionen des im Juni übernommenen Fashionblogs Highsnobiety geben.
Prognosen sollen erfüllt werden
Die Prognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt. Das Unternehmen erwartet ein Wachstum des Bruttowarenvolumens zwischen 3% und 7% auf 14,8 bis 15,3 Mrd. Euro, ein Umsatzwachstum zwischen 0% und 3% auf 10,4 bis 10,7 Mrd. Euro und ein bereinigtes EBIT auf einem Niveau zwischen 180 und 260 Mio. Euro. Jedoch wird die Prognose konkretisiert und Zalando erwartet zum Jahresende ein Ergebnis am unteren Ende der prognostizierten Spanne. Ob das gelingt, hängt zu großen Teilen vom Ergebnis des letzten Quartals ab, das laut Gentz mit Angebots- und Feiertagen wie Black Friday, Cyber Monday und Weihnachten das Wichtigste sei. Für eine Prognose für 2023 sei es in der wirtschaftlich unklaren Situation derweil noch zu früh. An den langfristigen Zielen, ein Bruttomargenvolumen von 30 Mrd. Euro und einen Marktanteil von 10% am europäischen Modemarkt zu erreichen, wolle Zalando hingegen festhalten. „Wir ändern unsere Ziele nicht wegen einem Jahr, das schlechter lief als erwartet. Es kann nur sein, dass sich der Weg dahin verändert und es vielleicht etwas länger dauert“, so Gentz. Im März 2021 hat sich Zalando diese Ziele gesetzt und ein Erreichen bis 2025 erwartet.