„Entweder wir machen es – oder ein Investor.“ Vor diesen Alternativen standen laut Günter Althaus Vorstand und Aufsichtsrat der ANWR Group mit Blick auf eine mögliche Übernahme der Mücke-Gruppe. Gemeinsam seien die Gremien zu der Überzeugung gelangt, dass es vorteilhafter für die Mitglieder sei, das Unternehmen durch eine Übernahme in der Einkaufsgenossenschaft zu halten, als sie einem Investor zu überlassen. „Unser Engagement ist nicht nur zulässig, sondern sogar ur-genossenschaftlich“, sagte der Vorstandsvorsitzende. „Wir erhalten das Unternehmen und beteiligen unsere Mitglieder über ein Beteiligungsmodell an dem zukünftigen Erfolg.“ Derzeit entwickle man dazu zwei mögliche Modelle, so Althaus weiter. Eine Möglichkeit sei ein Franchise-Modell, über das sich die Händler an einem Standort beteiligen können. Alternativ sei eine Kapitalbeteiligung an der Unternehmensgruppe denkbar. „Wir werden uns für das Modell entscheiden, das eine möglichst hohe Beteiligung unserer Mitglieder ermöglicht“, so Günter Althaus.
Unabhängig vom Beteiligungsmodell stehen die Zeichen auf Expansion. Zwar werde man sich zunächst auf die beiden Standorte konzentrieren, die das Team um Thomas Mücke vorbereitet hat, darüber hinaus seien jedoch weitere denkbar. „Wir werden auf Dauer nicht in Bayern bleiben“, sagte Günter Althaus. Er glaube an Schuh und Sport Mücke als zweites erfolgreiches System der ANWR neben Quick Schuh. „Das ist der Nukleus für ein neues Großflächen-System.“ In Kürze werde die Mücke-Geschäftsführung aus der ANWR heraus verstärkt, diese Aufgabe soll einer der drei ANWR-Vorstände Günter Althaus, Fritz Terbuyken oder Frank Schuffelen übernehmen.
Die Gründe für den Verkauf liegen laut Thomas Mücke allein im Bereich der persönlichen Lebensplanung. „Nachdem feststand, dass meine beiden Kinder nicht in das Unternehmen einsteigen werden, habe ich frühzeitig mit der Suche nach einem Nachfolger begonnen“, so der Unternehmer. Dabei sei in der letzten Verhandlungsrunde die Wahl zwischen einem Finanzinvestor und der ANWR auf die Verbundgruppe gefallen. „Ich bin sicher, dass ich die richtige Entscheidung mit dem richtigen Partner getroffen habe“, so Mücke.