Streik

Amazon-Beschäftigte legen die Arbeit am 'Prime-Day' nieder

Den traditionellen Schnäppchentag des Versandhändlers Amazon nehmen Beschäftigte zum Anlass, für einen regionalen Flächentarifvertrag sowie ein Tarifeinkommen zu protestieren.

 

Vom 14. auf den 15. Juli werden Beschäftigte bei Amazon an sieben Standorten in Deutschland ihre Arbeit niederlegen. Anlass dazu ist der jährlich stattfindende ’Prime-Day' des Unternehmens, bei dem Produkte für einen kurzen Zeitraum stark rabattiert werden und so für ein erhöhtes Aufkommen im Versandverkehr sorgen.

 

Amazon: Bezahlung nach 'Gutsherrenart'

„Während Amazon mit satten Preisnachlässen beim Prime-Day zur Schnäppchenjagd bläst, wird den Beschäftigten eine existenzsichernde tarifliche Bezahlung vorenthalten“, kritisiert Verdi-Handelsexperte Orhan Akman den US-Konzern. „Die Rabatte an die Kundinnen und Kunden lässt sich Amazon durch Tarifflucht und Niedriglöhne der eigenen Beschäftigten bezahlen – damit muss Schluss sein. Das Unternehmen muss endlich die Tarifverträge für den Einzel- und Versandhandel anerkennen; die Löhne und Gehälter bei Amazon dürfen nicht länger nach Gutsherrenart bestimmt werden". 

 

Verdi: Streiks an sieben Standorten

Von den Streiks betroffen seien die Standorte in Werne, Rheinberg, Leipzig, Graben, Koblenz sowie an den zwei Standorten in Bad Hersfeld. 
Verdi fordere zudem, die Tarifverträge des Einzelhandels wieder für allgemeinverbindlich erklären zu lassen, um die Erosion der Tarifbindung umzukehren. „Ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag würde dann auch für Amazon gelten“, so Akman. Die Politik und der Einzelhandelsverband HDE seien in der Pflicht, den Weg dafür freizumachen.

 
Laura Klesper / 15.07.2019 - 09:27 Uhr

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