Zu der Aktion hat die Gewerkschaft Verdi, die von der globalen Gewerkschaftsföderation UNI, einer Delegationen Amazon-Beschäftigter aus Polen und Italien unterstützt wird, aufgerufen. Solidarisch zeigen sich nach Gewerkschaftsangaben auch die Amazon-Beschäftigten aus Spanien, Frankreich und den USA.
„Die Amazon-Beschäftigten wollen deutlich machen, dass zu einem guten Job mit guten Leuten bessere Arbeitsbedingungen und die Absicherung durch einen Tarifvertrag gehören“, so die Gewerkschafterin. Jeff Bezos verweigert bisher in allen Ländern die sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit mit Gewerkschaften. In den Unternehmensleitungen herrscht nach ver.di-Angaben eine gewerkschaftsfeindliche Haltung, die dazu führt, dass Tarifverträge für die Beschäftigten regelmäßig verweigert werden. „Was das mit gesellschaftlicher Verantwortung zu tun hat, ist mir schleierhaft. Eine Persönlichkeit, die keine Rücksicht auf Beschäftigte nimmt, verdient keine Auszeichnung“, sagte Nutzenberger. Innovation müsse auch ein menschliches Gesicht haben. „Der Ausbau eines weltweiten Monopols verdient die Bezeichnung Innovation nicht. Menschen wie Bezos muss die Politik Grenzen setzen, so lange sie es noch kann“, so die Gewerkschafterin.
An den deutschen Standorten des weltweit größten Internet-Händlers finden seit Jahren immer wieder Streiks zur Durchsetzung eines Tarifvertrages statt. Inzwischen ist ver.di flächendeckend durch eine steigende Zahl von Mitgliedern vertreten. An den meisten Standorten vertreten Betriebsräte die Interessen der Belegschaft im Unternehmen. Auch heute gab es wieder Streiks an den Standorten Leipzig, Werne und Rheinberg.