Sanierung in Eigenverwaltung

Anika Schuh beantragt Schutzschirmverfahren

Der Neustrelitzer Schuhfilialist Anika Schuhhandels GmbH & Co. KG hat beim Amtsgericht Neubrandenburg ein Schutzschirmverfahren beantragt.

Die Eigenverwaltung liegt in den Händen von Jörg Ullbrich, bislang Geschäftsführer von Anika Schuh, und Steffen Liebich, Eigentümer der Leiser Gruppe.

Im Zuge der Sanierung soll die Neuverhandlung von Mietverträgen im Fokus stehen. Angestrebt werden soll auch eine enge Kooperation mit dem Filialisten Schuhhof, der zur Leiser Gruppe gehört.

In einem Schreiben an Lieferanten teilt die Anika-Geschäftsführung mit, dass dem am 6. Oktober gestellten Antrag durch das Amtsgericht Neubrandenburg stattgegeben worden sei. Das Unternehmen sei nicht zahlungsunfähig oder vom Konkurs bedroht.

Zum Portfolio von Anika Schuh gehören aktuell rund 60 Standorte, darunter auch ein Tamaris-Store, einige Clarks-Stores und Outlets. Geographischer Schwerpunkt ist der Norden, Nordosten und Osten Deutschlands. Der Fokus des Angebots liegt auf Schuhen in mittleren Preislagen. Anika Schuh bietet diese in unterschiedlichen Vertriebskonzepten an.
Das Unternehmen war Anfang der 90-er Jahre von Jörg Ullbrich gegründet worden. Der gelernte KFZ-Mechaniker war in den 80-er Jahren aus der DDR in den Westen gekommen und baute ab 1991 das Schuhfilialunternehmen auf.

 

Sanierung der Leiser Gruppe

 

Der Unternehmer Steffen Liebich war im Zuge der Sanierung der damaligen Bahner-Gruppe, zu der die Filialisten Schuhhof und Leiser gehörten, in der Schuhbranche aktiv geworden. Im Jahr 2010 hatte der Hauensteiner Schuhhersteller Seibel Gruppe Anteile von dem Schuhfilialisten erworben. Im März 2012 hatte die Bahner-Gruppe Antrag auf Eröffnung eines Planverfahrens gestellt. Steffen Liebich führte als Vorsitzender der Geschäftsführung das Unternehmen durch das Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung.
Zum 1. Juli 2015 verkaufte die Josef Seibel Holding alle Anteile an der Leiser Gruppe an Steffen Liebich.

Am 24. März 2017 gab das Amtsgericht Augsburg dem Antrag der Leiser Gruppe auf Eröffnung eines weiteren Schutzschirmverfahrens statt. Seitdem wird das Unternehmen erneut saniert. Im Zuge dessen gibt es Berichte über die Schließung von Standorten. Das Unternehmen kommentiert diese Meldungen gegenüber schuhkurier nicht.

Petra Salewski / 06.10.2017 - 15:29 Uhr

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