260 Unternehmen mit (inklusive Vollmachten) 560 Stimmen nahmen am 23. November an der außerordentlichen Generalversammlung der ANWR in Mainhausen teil. Sie billigten mit einer klaren Mehrheit von 530 ‘Ja’-Stimmen zu 28 Ablehnungen in der entsprechenden Abstimmung den 9-Punkte-Plan der Verbundgruppe.
Dieser umfasst:
1. Ein oder mehrere Konzepte mit dem Ziel der Beteiligung zahlreicher Mitglieder werden erarbeitet
2. Die Konzepte werden im Frühjahr im Rahmen einer Roadshow in den Regionen diskutiert und auf einer Generalversammlung – möglicherweise in Prag im Sommer des kommenden Jahres oder in einer separaten außerordentlichen Generalversammlung – diskutiert und zur Abstimmung gestellt.
3. Sollte das angestrebte Beteiligungsmodell scheitern, wird der Verkauf von Mücke in spätestens drei Jahren eingeleitet.
4. Zur Erarbeitung von ‘Spielregeln’ oder ‘Leitplanken’ für künftige Beteiligungen werden Vorstand und Aufsichtsrat eine repräsentative Gruppe von Mitgliedern und ggf. externen Experten zusammenstellen.
5. Die mit dieser Gruppe erarbeiteten Regularien werden ebenfalls in einer Generalversammlung zur Abstimmung gestellt.
6. Bis zur Verabschiedung der Regularien wird die Genossenschaft keine weiteren Beteiligungen im Einzelhandel eingehen.
7. Eine Expansion über die vertraglich verpflichteten neuen Standorte hinaus wird die ANWR bis zur Umsetzung des Mücke-Beteiligungsmodells nicht betreiben. Geplant sind noch Eröffnungen in Viernheim, Fürth und Bayreuth.
8. Die Führung des Unternehmens bis zur Umsetzung des Beteiligungsmodells erfolgt mit dem Ziel des Erhalts des Unternehmenswertes. Schrittweise soll die umstrittene Preissystematik bei Mücke überarbeitet und angepasst werden.
9. Über die Entwicklung des Unternehmens wird der Vorstand in einem separaten Bericht Rechenschaft ablegen. Die Grundsätze der Vertraulichkeit im Umgang mit sensiblen Unternehmensinformationen sollen vollumfänglich eingehalten werden.Klar betont wurde zudem seitens des Vorstandes, dass die ANWR keinen eigenen Retail betreiben wird.
Angesichts des eindeutigen Abstimmungsergebnisses zum Mücke-Konzept wurden die weiteren Tagesordnungspunkte, die im Wesentlichen Beschlüsse zu Satzungsänderungen und -ergänzungen umfassten, zurückgezogen.
ANWR-Vorstand Günter Althaus zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der aoGV. “Wir waren von der Resonanz sehr angetan. Zudem wurde sachlich und sehr konstruktiv diskutiert.”Finanzvorstand Frank Schuffelen informierte die Mitglieder über die aktuelle Geschäftsentwicklung bei Mücke: Im Geschäftsjahr 2013 wurde eine Umsatz in Höhe von 71,5 Mio. Euro erwirtschaftet, 12,5% mehr als im Jahr zuvor. Auch im laufenden Geschäftsjahr sei die Entwicklung “zufriedenstellend”. Per Ende Oktober wurde ein Plus in Höhe von 10% verzeichnet. Dabei trugen vor allem die Textilien in den Mücke-Standorten mit einer Steigerung um 18% zum Ergebnis bei. Für Schuhe wurde eine Steigerung um 8% registriert. Für das Gesamtjahr erwartet Schuffelen einen Umsatz leicht unter der 100 Mio. Euro Marke. Zur Rentabilität sagte der Finanzvorstand, diese liege auf “sehr hohem Niveau”.”Für die Genossenschaft war der Tag gut”, so Günter Althaus zur aoGV. Nun gebe es einen “Fahrplan und Leitlinien, wenn nötig auch Satzungsänderungen.” Die Veranstaltung und ihre Ergebnisse hätten gezeigt, dass “unsere Genossenschaft basisdemokratisch funktioniert.”