Die neue Zusammenarbeit zwischen ANWR und den drei Sportmarken basiert darauf , dass die Verbundgruppe den Lieferanten gegenüber wie ein großer Händler auftritt. Daraus entstehende Preisvorteile sollen an die Händler weitergegeben werden. „Wir haben strategisch geplant und lange verhandelt“, erklärt ANWR-Warenvorstand Fritz Terbuyken. „Unsere Händler bekommen seit Ende Mai 2018 Zugang zu den Top-Sneaker-Marken – das ist ein echter Wettbewerbsvorteil für unsere Mitglieder.“
In den zurückliegenden Saisons hatten viele mittelständische Schuhhändler keinen Zugang zum topmodischen Sneakersegment. Lediglich sehr große Händler und Onliner arbeiteten mit den Marken Adidas, Nike und Reebok zusammen. Nun kehren laut ANWR „diese Sneaker zurück in den gut sortierten Schuhfachhandel.“ Am Beispiel Adidas erklärt Michael Decker, Geschäftsführer ANWR Schuh, die Systematik. So hatten 78 Händler zuletzt eine eigene Kundennummer bei dem Herzogenauracher Sportartikelhersteller. Diese entfällt nun; stattdessen tritt die ANWR Schuh als Kunde auf, unter dessen Dach sich die Händler mit ihren Orders bündeln.
Die Händler können im Zuge dessen aus 27 Modulen wählen. Diese bieten eine umfangreiche Auswahl an Modellen für Damen, Herren und Kinder. Aktuell stehen den Händlern insgesamt mehr als 600 Artikel der drei Marken für das erste Quartal 2019 zur Verfügung, die von einer Kommission der ANWR vorher ausgewählt wurden. Welche Module er wählt, steht jedem Händler frei. Zur Auswahl stehen unter anderem Themen wie ’Core‘ (Trendmodelle), Multisport, Terrex (Trekkingschuhe) oder auch Slides‘ sowie Taschen und Socken. In jedem Modul ist eine gewisse Anzahl an Pflichtmodellen zu ordern. Über diesen Weg hat der Händler dann auch Zugang zu weiteren Artikeln. „Wir werden die Ware direkt einkaufen und können unseren Händlern das Geschäft so strukturieren“, erklärt Fritz Terbuyken. Gesteuert werden soll dieser Ablauf ausschließlich über die Messen auf dem ANWR Campus sowie über die digitale Order. Neben dem Zugang zu den derzeit gefragten Modellen soll der Händler auch direkten Nutzen aus den günstigen Konditionen ziehen.
Bei Adidas und Reebok vertritt die ANWR im Rahmen der Kooperation alle Mitglieder im Raum DACH. Bei Nike erstreckt sich das Angebot zusätzlich auf alle Händler im Raum BeNeLux. Auch für Puma gibt es eine Großhandels-Kollektion, allerdings biete der Hersteller zusätzlich die Möglichkeit zur Order über den Außendienst, heißt es seitens der ANWR.