Nach München, Leipzig-Schkeuditz und Mainhausen machte die Rundreise am 7. Dezember Station am Rhein. Ziel sei es, erklärte der Vorstandsvorsitzende Günter Althaus, vier der beim Zukunftsforum 2016 vorgestellten insgesamt rund 40 Projekte und Dienstleistungen detailliert zu erläutern. Diese sollen den Mitgliedsunternehmen in Kürze zur Verfügung stehen. Alle Investitionen der ANWR, so Althaus, zielten darauf ab, „alles über die Produkte und alles über den Kunden“ zu wissen. Basis sei das bereits 2014 eingeführte Produkt-Informations-Management-System SAP Hybris. In diesem sollen sämtliche Informationen zu Artikeln gesammelt und optimal aufbereitet werden. Zugleich gelte es, so Althaus, möglichst umfangreiche Informationen über den Kunden zusammenzutragen – und letztlich beide Bereiche zu verknüpfen.
Im Wettbewerb werde die Nase vorn haben, wer über die besten Informationen verfüge und dann am schnellsten in der Lage sei, dem Kunden passende Produkte anzubieten.
Was die Kundendaten angeht, verwies Althaus auf die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die am 25. Mai 2018 in Kraft treten soll. In diesem Zusammenhang seien eine Vielzahl an neuen Anforderungen zu berücksichtigen. Die ANWR werde dazu einen Ansatz für ihre Mitglieder vorstellen.
Mit Blick auf die bereits angeschobenen Projekte berichtete der ANWR-Vorstandsvorsitzende über erste Ergebnisse und Erfahrungen. So hätten die neuen Social Media Kampagnen eine Response-Quote „deutlich über 8%“ erbracht. Man wolle diese Instrumente gemeinsam weiter entwickeln. Zur Kooperation von schuhe.de mit Zalando erklärte der ANWR-Vorstandsvorsitzende, die Umsätze seien binnen der bereits acht Wochen Testphase „massiv angesprungen“. Allein am ersten Tag seien über 1.000 Bestellungen eingegangen, am Black Friday waren 3.000 Bestellungen gezählt worden. „Es geht über diesen Kanal relativ viel, man muss jedoch überlegen, was genau verkauft wurde. Und berücksichtigen, wie viel davon zurück kommt.“
Die Retourenquote liege aktuell zwischen 40 und 50%. Hier gelte es, eine exakte Strategie zu entwickeln. „Es ergibt keinen Sinn, Volumen-Artikel am Anfang der Saison auf eine Plattform mit starker Frequenz zu packen“, so Althaus. Das genaue Austarieren der richtigen Artikel für Online-Verkäufe gehöre zu den neuen Aufgabenstellungen eines jeden Händlers. Ab der zweiten Januar-Woche will die ANWR auf Basis ihrer Analysen konkrete Empfehlungen für bestimmte Modelle zu den verschiedenen Marktplätzen geben. „Die maximale Retourenquote laut bei 55%, bevor wir ins Unwirtschaftliche fallen“, so Althaus. Gerade deshalb sei die Feinsteuerung für jeden Artikel wichtig.
„15% Onlineanteil am Umsatz anpeilen“
2017 lag der Online-Anteil im deutschen Schuhhandel laut ANWR bei 31 bis 33%. Althaus unterstrich: „Wenn wir die nächsten fünf Jahre unsere Geschäfte und Unternehmen umsatzmäßig stabilisieren wollen, müssen wir einen Onlineumsatz von 15% für unsere Mitglieder anpeilen.“
Ein Instrumentarium für Online-Verkäufe sowie die entsprechenden Prozesse müssten dafür in vielen Unternehmen aufgebaut werden. Neben der Kooperation mit Zalando besteht inzwischen auch eine Zusammenarbeit von schuhe.de und Ebay. Weitere Marktplätze sollen in den nächsten drei Monaten folgen. Aktuell führe man Gespräche mit verschiedenen Marktteilnehmern. In der zweiten Jahreshälfte 2018 sollen auch internationale Marktplätze als Partner gewonnen werden.
Vorgestellt wurden im Rahmen der Rundreise die Produkte bzw. Projekte ’Digitale Kundenkarte/Customer Loyalty System‘, ’schuhe.de und Plattformen‘ sowie ’Vertikales Sneakermodul‘, ’Handelscockpit – Fokus Ware/Vergleichszahlen auf POS-Basis‘.
Weitere Details zur Veranstaltung, insbesondere auch zur Entwicklung des Schuh- und Modefilialisten Mücke, lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 50.