Laut ANWR steigerten die Eigenverbände der Verbundgruppe das Abrechnungsvolumen trotz schwieriger Rahmenbedingungen für den Handel um 3,2% auf 2,7 Mrd. Euro. Für den nationalen und internationalen Schuhfachhandel – betreut von ANWR Schuh, Quick Schuh, Garant Deutschland, Rexor und ANWR Garant International – verzeichnete die ANWR Group ein Abrechnungsvolumen von 1,65 Mrd. Euro und damit ein leichtes Minus von 1,7%. Die Aktivitäten der Konzerngesellschaften für den Sportfachhandel in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und der Schweiz zeigten ein Plus von 12,6%. Das Abrechnungsvolumen belief sich auf 950 Mio. Euro. „Mit einem Plus von 8,1% auf 92 Mio. Euro entwickelte sich auch der Umsatz der Lederwarenfachhändler über den Goldkrone-Verband erfreulich“, teilte die ANWR mit. Für die Umsatzentwicklung im stationären Fachhandel war das Jahr 2015 kein zufriedenstellendes: Die ANWR meldet für den Schuhfachhandel in Deutschland ein Minus von 2,0%. Die Umsätze im Sportfachhandel hätten das Vorjahresniveau behauptet. Die Entwicklung in den meisten europäischen Ländern sei ähnlich verlaufen.
Das neue Jahr 2016 soll im Zeichen von Digitalisierung und Daten-Management stehen. Die Vorarbeiten für das Projekt RetailLogistics habe die ANWR Group im letzten Jahr angestoßen. Es berücksichtige die vielen Herausforderungen für den selbstständigen Fachhandel: optimierte Bestell- und Lieferprozesse zwischen Handel, Industrie und Endkunden, gebündelte Einkaufskraft der Gemeinschaft und umfangreiche Services für den Handel. Viele dieser Aspekte sind mit den großen Themen des Handels – Logistik und Datenmanagement – verbunden.
„Daran arbeiten wir im Jahr 2016 mit Hochdruck weiter“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Günter Althaus. „Die ANWR Group richtet ihre Investitionen für die nächsten Jahre auf die Digitalisierung aus. Die Veränderungsgeschwindigkeit in diesem Bereich fordert uns als Kooperation und den mittel- ständischen Fachhandel heraus. Wir müssen die vielen dezentralen Anwendungen im Handel mit zentralen Anwendungen verbinden oder sogar ablösen. Wir entwickeln Daten-Management-Systeme, die unterschiedliche Datentöpfe im Online-Handel aber auch im stationären Geschäft für unsere Händler zusammenführen, um vor Ort noch schneller auf Marktgegebenheit und Kundenwünsche reagieren zu können.“
Projekte dazu seien bereits im letzten Jahr angestoßen worden, darunter z. B. die virtuelle Verlängerung des Warenlagers durch den Zugriff auf Warenbestände von Lieferanten, der Zentrale und anderer Händler, oder auch die Abbildung der Customer-Journey im stationären Geschäft, vom Betreten des Geschäfts bis zum erneuten Kundenkontakt nach dem Einkauf. Mit dem zur ANWR gehörenden Schuhhandelsunternehmen Mücke werde zudem der Einsatz neuer Technologien – wie z.B. RFID – für die gesamte Gruppe getestet. Darüber hinaus will die ANWR die Online-Plattform schuhe.de mit schuhe.de-connect in den nächsten Wochen eine neue Ausbaustufe zur optimalen Unterstützung der Multi-Channel-Strategie der angeschlossenen Händler auf den Markt bringen.