Erstmals vorgestellt wurde das Sortimentsmodul ’Sneakerwand‘ im November vergangenen Jahres. Das Konzept umfasst ein Wandelement, das mit insgesamt 45 Sneakern für Damen und Herren von den Sportmarken Adidas, Nike, Puma und Reebok bestückt ist. Zum Saisonstart erhält der Händler die Modelle in einer Erstversorgung mit auf Kerngrößen fokussierten Größenverläufen. Die Nachbestückung wird bei einem Verkauf über die ANWR bzw. über Retail Logistics geregelt. Alle drei Monate erhält der teilnehmende Händler zudem ein weiteres Warenpaket mit neuen Modellen.
Eine erste Auswertung des Testbetriebs im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 15. April zeigte laut ANWR einen Anstieg der Flächenproduktivität um 62% im Vergleich zur übrigen Fläche. Wertmäßig macht die Sneakerwand im Schnitt demnach rund 5% des Bestandes einer Filiale aus und erwirtschaftet 8,1% des Umsatzes. Der durchschnittliche Verkaufspreis der Schuhe liegt laut ANWR mit 57,89 Euro um 12% über dem Filialdurchschnitt. Der Rohertrag liegt wiederum im Vergleich zum restlichen Sortiment um 38,6% über dem Filialdurchschnitt bei Damen- und Herrenschuhen. Der ROI (Return on Investment), bezogen auf den durchschnittlichen Warenbestand, liegt bei der Sneakerwand bei 12,9%; bei den restlichen Artikeln bei 8,3%.
ANWR-Warenvorstand Fritz Terbuyken sieht diverse Vorteile für das Konzept: „Im klassischen Einkauf erhalten Händler zum Saisonstart einen ’großen Berg‘ Ware, in der Hoffnung, dass alles zum Ende einer Saison verkauft wird. Viel besser ist es doch, die Schuhe in der Menge und zu dem Zeitpunkt zubekommen, wie sie in der Verkaufsstelle auch wirklich benötigt werden. Aus diesen Überlegungen heraus wurde die Idee der vertikalen Segmentmodule geboren. Das erste vertikale Modul für die Händler der ANWR Group eG bildet die Sneakerwand.“
ANWR-Sneakerwand – Zahlen auf einen Blick:
* Flächenproduktivität: +62% im Vergleich zur übrigen Fläche
* Wertmäßiger Anteil der Sneakerwand am Bestand: 5%
* Umsatzanteil: 8,1%
* Rohertrag: 38,6% über dem Filialdurchschnitt bei Damen- und Herrenschuhen
* ROI: 12,9%
Neben den Zahlen brachte die bisherige Pilotphase auch Erkenntnisse hinsichtlich der Prozesse sowie mit Blick auf das Kaufverhalten. So sind beispielsweise die Artikelverkäufe pro Modell und POS noch recht unterschiedlich. Sie reichen von wenigen Paar bis in einen mittleren zweistelligen Bereich. Zudem werde sich die Gewichtung von Damen- zu Herrenschuhen in der nächsten Phase noch zugunsten der Damenschuhe verschieben, da die Nachfrage der weiblichen Kundinnen stärker ist als bislang vermutet.
Ab Sommer 2018 sollen weitere Stores an das System angeschlossen werden, so dass an 100 Standorten Sneakerwände realisiert werden können.
schuhkurier besuchte den Quick Schuh-Händler Johannes Schnütgen in Wermelskirchen, um Details zur Sneakerwand zu besprechen. Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der kommenden Ausgabe von schuhkurier.