„Nachdem wir drei Jahre daran gearbeitet haben, möglichst viele Händler auf schuhe.de sichtbar zu machen, geht es jetzt darum, Umsatz zu generieren“, erklärte Alexander Hock im Rahmen der Informationsveranstaltung. Nach der GDS – voraussichtlich am 22. Februar – soll die nächste Ausbaustufe schuhe.de-connect online gehen. Als wesentliche Neuerung kommt dabei zum Tragen, dass die derzeit mehr als 1.300 digitalen Schaufenster mit der Hauptnavigation verknüpft sind. Konkret sind damit die Sortimente der einzelnen Filialen sichtbar; etwa 600 Standorte sind zudem bereits mit der Zusatzfunktion Click & Collect versehen. 330 Filialen bieten außerdem eine Payment-Funktion an. Damit ist der direkte Schuhkauf über schuhe.de möglich. „Jetzt wollen wir, dass Traffic in diesen Kanal hineinfließt“, gibt Hock die Marschrichtung vor.
Mit der Verknüpfung zu den einzelnen Filialen der teilnehmenden Händler rücken die bislang 45 auf schuhe.de sichtbaren Onlineshops verschiedener Händler in den Hintergrund. Auch diese Unternehmen haben sich laut Alexander Hock zum großen Teil inzwischen mit ihren Filialen dem neuen schuhe.de-connect-Ansatz angeschlossen.
Neue Optik, neue Navigation, mehr Nutzerfreundlichkeit
Der User erkennt die Neuerungen zunächst an einer neuen Optik, die im Vergleich zum bisherigen Auftritt cleaner und emotionaler wirkt und dank responsivem Design vor allem auch mobil optimal nutzbar sein soll. Die Navigationsstruktur wurde überarbeit und die Benutzerfreundlichkeit nach Aussage Hocks „deutlich verbessert“. Durch eine optimierte Suchfunktion soll es dem Verbraucher möglichst leicht gemacht werden, die Bestände der digitalen Schaufenster zu sichten und die gewünschten Schuhe entweder sofort zu kaufen oder sie in einer Filiale der Wahl zu reservieren.
Das System gibt bei der Auswahl eines Schuhmodells dem User die Möglichkeit, das Modell im nächstgelegenen Shop zu kaufen – dieser wird über einen Algorithmus ermittelt. Ergänzend schlägt schuhe.de auch weitere Läden vor, die den gewünschten Schuh vorrätig haben. Dabei werden auch ggf. unterschiedliche VK-Preise dargestellt, außerdem mögliche Versandkosten, die einzelne Händler erheben.
Laut Aussage von Alexander Hock sind die Preissprünge zwischen den verschiedenen Händlern jedoch überschaubar.
Eine automatisierte Preisunterbietung etwa durch Preisroboter ist nicht möglich. Der Kunde hat ein 14-tägiges Rückgaberecht; Retouren sind kostenlos. Es gelten die AGB von schuhe.de, die zwischen ANWR und den Händlern geregelt wurden.
Kauft ein Kunde mehrere Schuhe bei mehreren Händlern, erscheinen diese im so genannten ’Multi Basket‘ und der Kauf wird in einem einzigen Checkout-Prozess über die verschiedenen Unternehmen vollzogen. Bei der Bezahlung hat der Kunde die Wahl zwischen Paypal, Kreditkarte, Sofortüberweisung und Vorkasse. Mit Paydirekt sei man zudem im Gespräch, so Alexander Hock.
Über ein ’Order Cockpit‘ hat der ausgewählte Händler die Möglichkeit, den gesamten Prozess des Verkaufs bis hin zur Retoure zu steuern.
Die Warenwirtschaftssysteme Etos, His, Ipos, SBH sowie auch eigene Entwicklungen einiger Händler und Systeme aus dem Sportbereich können über Schnittstellen mit schuhe.de verbunden werden.
Angebot soll weiter ausgebaut werden
„Wir sehen es als unsere vordringliche Aufgabe, die Handelsunternehmen bei den Veränderungsprozessen vor allem in der digitalien Welt mit Know-how, Infrastruktur und moderner Technik zu unterstützen. schuhe.de-connect greift die aktuellen Trends im E-Commerce auf und entwickelt sie weiter“, erklärt Günter Althaus. Die Plattform sei Teil der Digitalstrategie der ANWR und erfahre permanent Erweiterung. Nächste Schritte sollen noch in diesem Jahr folgen. Auch mit der Industrie ist man inzwischen im Gespräch. So werden derzeit bereits Produkte von Deuter (u.a. Schlafsäcke, Rucksäcke) angeboten. Das Unternehmen hat die Funktion ’Händlersuche‘ mit schuhe.de verknüpft. Auch mit Ricosta besteht eine Kooperation; mit weiteren Unternehmen sei man im Gespräch, so Günter Althaus.
Konkrete Zahlen zum Nutzerverhalten gibt die ANWR derzeit noch nicht bekannt. Nur soviel: „Die Sichtbarkeit hat sich massiv nach oben entwickelt“, sagt Alexander Hock. Man sei mit den Zugriffszahlen sehr zufrieden. In einigen Monaten sei es möglich, hier konkreter zu werden. Der Durchschnittsbon von Käufen über schuhe.de – die bislang über die teilnehmenden Onlineshops liefen – lag laut Hock zwischen 80 und 105 Euro.
Neben der Sichtbarkeit möglichst vieler Händler auf der Plattform sei es auch ein wesentliches Anliegen, das Schuhangebot so umfangreich wie möglich zu gestalten, erklärt Hock. Zwar gebe es nicht von jedem Schuh, den Händler im Sortiment haben, Bildmaterial. Hieran arbeite man aber; insbesondere arbeite man auch daran, die Modelle italienischer und spanischer Unternehmen auf der Seite darzustellen.
Nicht nur vom Online-Verkauf von Schuhen sollen Händler über schuhe.de profitieren; auch die über die Website ermittelten Zahlen und Daten sollen für die teilnehmenden Unternehmen nutzbar gemacht werden. So werden die Zugriffszahlen über schuhe.de transparent gemacht; außerdem können Händler, die einen Google Analytics Account haben, die Prozesse im Detail nachvollziehen. „Der Händler hat jederzeit über das Order-Cockpit Zugriff auf alle Transaktionen“, erklärt Hock. „Wir arbeiten ddaran, für unsere Händler noch möglichst viele weitere Infos zu sammeln.“
Zahlen & Fakten
Die Online-Plattform schuhe.de startete im Jahr 2013. Der Fokus lag seinerzeit darauf, die Geschäfte der Mitgliedsunternehmen (ANWR Schuh, Garant, Rexor, Quick Schuh) sichtbar zu machen und ggf. über angeschlossene Onlineshops via Weiterleitung zu bestellen. In einer zweiten Entwicklungsstufe ab Januar 2014 wurden digitale Schaufenster ergänzt, die den aktuellen Warenbestand sichtbar machen. Anfang 2015 wurde das Angebot um ’Click & Collect‘ und die Möglichkeit des Onlinekaufs ergänzt.
Heute sind nach Angaben der Verbundgruppe über schuhe.de 6.000 Geschäfte aus dem Schuh-, Sport- und Lederwarenbereich der ANWR Group sichtbar – darunter auch Händler aus Österreich und der Schweiz.