Thema Messen: Mit Hilfe einer Fokussierung auf weniger Messen mit dem richtigen Angebot wollen die Verbundgruppen nach eigenen Angaben der aktuellen „Verwässerung des Angebots“ entgegenwirken. Steigende Besucherzahlen würden mehr Attraktivität für Lieferanten schaffen. Diese könnten sich auf weniger Termine konzentrieren, was wiederum auch den Händlern zugutekomme.
Thema Personalentwicklung: Das zweite Kooperationsfeld soll eine gemeinsame Personalentwicklung für die Mitarbeitenden im Handel sein. Besonders vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels sei eine professionelle und bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildung elementar für einen erfolgreichen Schuhhandel, heißt es seitens ANWR und SABU. So planen die beiden Verbünde unter anderem, eine gemeinsame Online-Lernplattform zu etablieren.
Ziel sei es, den Schuhhandel langfristig zu stärken und für die Lieferanten Umsatzpotenziale im Schuheinzelhandel zu sichern. In Zeiten anspruchsvoller Rahmenbedingungen gelte es, die Kräfte zu bündeln und gemeinsam für die Zukunftsfähigkeit der angeschlossenen Händler zu sorgen.
„Wir wollen durch die Bündelung der Kräfte Innovationspotenziale freisetzen, die den Marktbedürfnissen entsprechen und für den mittelständischen Schuhhandel insgesamt Zukunftsoptionen eröffnen“, erklärt Tobias Eichmeier, Mitglied des Vorstands der ANWR Group und Geschäftsführer der ANWR Schuh. „Die grundsätzlichen Vorteile der Verbundgruppen werden durch eine strategische Zusammenarbeit gestärkt und das Leistungsangebot für unsere Händler erweitert.“
Stephan Krug, Geschäftsführer der SABU Schuh & Marketing GmbH, beschreibt: „Parallelentwicklungen sind ausgeschlossen und es entsteht ein Fokus auf die dringendsten Handlungsfelder. Wir wollen Branchenlösungen für den gesamten Schuhhandel schaffen. Effizienz, fokussiertes Handeln und ein hohes Maß an Flexibilität stehen dabei im Vordergrund.“
Eichmeier und Krug betonen gemeinsam: „Kräfte bündeln, keine Ressourcen verschwenden und neue Zukunftsperspektiven eröffnen. Wir benötigen eine Kooperation auf Augenhöhe, bei welcher der verbundgruppenorganisierte Schuhhandel der Gewinner ist.“
Die nun konkretisierte Zusammenarbeit hatte sich bereits während der ANWR-Generalversammlung am 26. Juni in Leipzig angedeutet. In seiner Rede erklärte seinerzeit der ANWR-Vorstandsvorsitzende Frank Schuffelen, dass die ANWR Group in die Kooperation mit Verbundgruppen gleicher und anderer Branchen sowie Dienstleistern investieren wolle.
Auf schuhkurier-Nachfrage zu diesem Statement erklärte Schuffelen später: „Kooperationen sind aus unserer Sicht das Zukunftsmodell. In unserer Branche und auch darüber hinaus. Wir sind grundsätzlich für sämtliche Formen der Kooperation offen, sofern sie einen Mehrwert für die Branche liefern. Das Feld der Möglichkeiten ist groß. Man muss nicht alles selbst neu erfinden, sofern ein anderer schon eine gute Lösung hat, die er teilen möchte.“