So nahm die Zahl der Mitgliedsunternehmen aus dem Kreis von Garant und ANWR Schuh GmbH im vergangenen Jahr um insgesamt 66 ab. Waren es 2016 noch 1.381 Unternehmen (darunter 526 Garant), lag die Zahl 2017 bei insgesamt 1.315 Unternehmen (darunter Garant: 505).
Auch bei den Verkaufsstellen trat im vergangenen Jahr eine negative Entwicklung ein: Die Zahl der Geschäfte fiel von 4.062 (darunter Garant: 731) auf 3.892 (Garant: 698) – ein Rückgang um 170 und aus Sicht von Michael Decker eine nicht unerhebliche Zahl. „Es findet eine deutliche Portfolio-Bereinigung statt“, so der ANWR-Geschäftsführer. Entsprechend entwickelte sich der ZR-Umsatz negativ und fiel von 910 Mio. Euro (darunter 94 Mio. Euro Garant) auf 889 Mio. Euro (darunter Garant 92 Mio.). Das ist ein Minus von 2.3%.
Der Start ins Jahr 2018 fiel für die Händler der Verbundgruppe überwiegend nicht zufriedenstellend aus. Der Umsatz für den ANWR-Schuhfachhandel lag bei -8,2% für die Verkaufsstellen und bei -5,5% für die Unternehmen. Angesichts der aktuell höchst angespannten Lage will die ANWR gemeinsam mit der DZB Bank Sonderaktionen für ihre Mitglieder organisieren. Zunächst soll die Saisonlinie um 30% bis Ende April (Dekade 1) erweitert werden. Damit sollen 30 Mio. Euro zusätzliche Liquidität geschaffen werden. Insgesamt können die Händler nun bei Bedarf ein Volumen von rund 90 Mio. Euro ausnutzen.
Um die Umsätze anzukurbeln, plant die Mainhausener Verbundgruppe eine Reihe von Maßnahmen mit Marketingschwerpunkt. So wird ab April zunächst die ’Quick Card‘ als neues Kundenbindungssystem für die Quick Schuh-Händler eingeführt. Ab August wird dieses Konzept auch für Fachgeschäfte verfügbar sein; dann als individualisierbare ’Bonus Card‘. Mit diesem System sollen Kundendaten gesammelt und aufbereitet werden; sie können dann für individuelle Kampagnen genutzt werden. Basis ist ein Punkte- bzw. Prämiensystem, das Kunden immer wieder ins Geschäft locken soll und den Händlern bei hohem Automatisierungsgrad eine regelmäßige Kommunikation mit den Kunden ermöglicht. Als weiteres Angebot sieht die ANWR den Social Media Baustein auf gutem Kurs. Fast 500 Verkaufssstellen nutzen nach den Worten von Michael Decker den zentralen Service für die Facebook-Seiten der Standorte. Beiträge von Industriepartnern, zu verschiedenen Anlässen oder auch Kampagnen werden dabei zentral ausgespielt. Auch der Modebereich soll in diesem Zusammenhang ausgebaut werden.
Hinsichtlich der Messetermine in Mainhausen zeigt sich das Geschäftsführer-Duo zufrieden. Die Messe im November sei als erster Schritt in eine neue Saisontaktung „richtig“, erklärte Fritz Terbuyken. Es gebe große Zustimmung von Handel und Industrie; Diskussionen waren allerdings im Bereich der Brown Shoes zu beobachten, wo Angebot der Hersteller und die Nachfrage bzw. Limitsituation der Händler noch nicht 100% zusammenpassten. Man werde diese Messe „natürlich weiter führen und das Thema weiter spielen“, unterstrich Terbuyken.