Verbandsvorsitzende Annarita Pilotti machte ihre Position am 20. Juli bei einem Meeting des ’College of Commissioners‘ der EU in Brüssel deutlich. Der Kongress unter Vorsitz von EU-Kommissionspräsident Jean Claude Juncher folgt einem vor Kurzem veranstalteten bilateralen EU-China-Gipfel und markiert einen wichtigen auf dem Weg zur finale Entscheidung, die bis Dezember erfolgen soll.
Annarita Pilotti unterstrich, dass ein großes Risiko bestehe, dass die hiesige Schuhindustrie nicht mehr in der Lage sein könnte, sich effektiv zu schützen, „denn eine Anerkennung Chinas als Marktwirtschaft hätte unmittelbaren Einfluss auf die Effizienz unserer Schutzmechanismen für den europäischen Handel.“
Ein solcher Paradigmenwechsel würde die europäische Wirtschaft zwingen, chinesische Preise und Kosten zu akzeptieren, die wiederum aufgrund des massiven staatlichen Einflusses auf die Wirtschaft eindeutig verzerrt seien.
„Das Antidumping-System der EU ware ineffektiv im Kampf gegen Chinas unfaire Handelspraktiken“, so Pilotti. Sie forderte die EU-Kommission auf, klar Stellung gegen die Anerkennung Chinas als Marktwirtschaft zu beziehen, um die europäische und die italienische Industrie zu schützen.
Pilotti unterstrich, dass China aktuell nur eines von insgesamt fünf wirtschaftlichen Kriterien der EU für die Anerkennung einer Marktwirtschaft erfülle. Am 12. Mai hatte sich das Europäische Parlament mit einer Resolution gegen den Status der Marktwirtschaft für China ausgesprochen.