Er habe sich nie vorstellen können, irgendetwas anderes zu machen, als im Familienunternehmen „Bö“ zu arbeiten, sagt er. Wie auch: „Der erste Satz meines Großvaters nach meiner Geburt war: Die Firma ist gerettet.“ Schon in der Grundschule malte Louis seinem Vater ein Bild, auf dem er festhielt, was er einmal werden wollte: Schuhverkäufer.
Dabei ging es ihm, wie er heute sagt, weniger um Schuhe als um eine „positive Verpflichtung“: die Tradition der Familie weiterführen zu dürfen. Großvater und Eltern waren und sind seine Vorbilder. Ebenso seine Mutter Gisela, die, wie er sagt, emotional alle Fäden in Firma und Familie zusammenhält. Und Verantwortung zu übernehmen liegt ihm: „Ich hatte schon als kleiner Junge den Plan, Mama und Papa irgendwann zu helfen.“
Das tat er ganz praktisch. Wenn seine Mutter samstags an der Kasse stand, half er beim Einpacken. Freitagnachmittage verbrachte er nach der Schule in der Logistik, zeichnete Schuhe aus, räumte Läden ein oder baute Regale auf. Mit 14, 15 wollte er in der Damenschuhabteilung arbeiten – und wurde zunächst in die Komfortschuhabteilung geschickt. Nicht gerade sein Wunschrevier. Doch Louis Bödeker verkaufte. Und zwar ehrgeizig. Mit 16, erzählt er, machte er an einem Samstag den besten Umsatz im Haupthaus. Sein Vater nutzte das Ergebnis prompt als Ansage an die erfahrenen Verkäuferinnen und Verkäufer. Samstage, verkaufsoffene Sonntage, Ferien – immer wenn Arbeit anstand, half Louis Bödeker im Betrieb. Und irgendwann stand fest: Er würde bleiben.