Fast jeden Tag verbringt Aphery in seinem Atelier am Frankfurter Römerberg. Er kümmert sich persönlich um jede Bestellung, die Aushilfskraft Jan ist sein einziger Mitarbeiter. Auf der Fläche bietet er seine eigens designte Made-to-Order-Kollektion an – die Schuhe werden nach der Bestellung in Spanien produziert.
Wenn er gerade nicht im Atelier steht, ist er in der Handwerksstube ein Stockwerk weiter oben und stellt Maßanfertigungen her. Schon als Kind war Aphery handwerklich begabt, schreinerte Tische und andere einfache Möbel: „Ich wusste schon immer, dass ich keinen Job machen will, bei dem ich nur am PC sitze.“
Doch um sich mit dem Handwerk kreativ ausdrücken zu können, fehlte ihm noch etwas. Mit dem Schuhhandwerk bringt er seine Leidenschaften für Handwerk und Mode zusammen. Die Faszination für Fashion wurde ihm schon früh mitgegeben: „In meiner Familie war das immer ein wichtiges Thema. Und die nigerianische Kultur ist bekannt dafür, sehr modebewusst zu sein, mit vielseitigen Mustern und Farben.“ Er ist in der nigerianischen Metropole Lagos aufgewachsen und kam mit 13 Jahren nach Deutschland. Mit 25 schloss er seinen Meister ab.
Vor einem Jahr ergab sich die Gelegenheit, die Räumlichkeit in der Frankfurter Altstadt zu übernehmen und sein Schuhatelier zu eröffnen. Seine Kundschaft kennt ihn vor allem von seinem Social-Media-Auftritt, auf dem er sich einen gewissen Ruf erarbeiten konnte: „Ich habe schon vorher viele Schuhe designt und nach Möglichkeiten für Kooperationen gesucht. Ich konnte meine Schuhe auf Instagram und auf Fashion Weeks zeigen. Wenn man für etwas brennt, fängt man einfach an und wartet nicht auf eine Gelegenheit.“ Was die Zukunft bringt, könne er nicht sagen. Aber jetzt in seinem Atelier zu stehen und seine Schuhe verkaufen zu können, zeigt ihm: Er hat viel richtig gemacht.