Mit dem Abschluss seiner Local Meetings in Arzignano hat der italienische Verband der Schuhmaschinenhersteller Assomac eine umfassende Bestandsaufnahme der Leder-, Schuh- und Gerbereimaschinenindustrie vorgelegt. Die gemeinsam mit SACE, Credem Euromobiliare und Studio Russo De Rosa organisierte Initiative zielte darauf ab, Unternehmen in einem zunehmend komplexen Marktumfeld zu unterstützen.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wurde der „Economic and Financial Report on the Italian Tannery, Footwear and Leather Goods Machinery Sector“ präsentiert. Die Analyse betrachtet die Entwicklung der Branche von 1995 bis 2024 und zeigt ein insgesamt stabiles, aber unter Druck stehendes Industriesystem. Globalisierung, Produktionsverlagerungen und steigender internationaler Wettbewerb setzen die Wertschöpfungskette zunehmend unter Spannung.
Charakteristisch für das italienische Modell bleibt die enge Verzahnung von Technologie und Produktion. Diese Integration ermöglicht weiterhin hohe Qualitätsstandards und individuelle Fertigung. Gleichzeitig hat sich die Branche strukturell gewandelt: Sinkende Produktionsvolumina werden durch eine stärkere Fokussierung auf hochwertige Segmente kompensiert – insbesondere im Luxus- und Premiumbereich.
Der Export bleibt zentraler Wachstumstreiber. 2024 belief sich das Exportvolumen für Technologien und Maschinen auf über 290 Millionen Euro. Davon entfielen 119 Mio. Euro auf Gerbereimaschinen, 53 Mio. Euro auf klassische Schuhmaschinen, 30 Mio. Euro auf Lederwarenmaschinen sowie 89 Mio. Euro auf Ersatzteile und Komponenten. Auffällig ist dabei die wachsende Bedeutung von Gerbereitechnologie und Komponenten gegenüber klassischen Schuhmaschinen.
Die Analyse zeigt zudem eine Verschiebung im globalen Wettbewerb: China hat sich 2024 zum weltweit größten Exporteur entwickelt und Italien überholt. Während China insbesondere im Segment der Schuhmaschinen durch Preisvorteile und große Produktionsvolumen dominiert, behauptet Italien weiterhin eine führende Position bei Gerberei- und Lederwarenmaschinen sowie Ersatzteilen.
Finanziell präsentiert sich die Branche solide und ausgewogen, sieht sich jedoch mit verlangsamtem Wachstum und sinkender Profitabilität konfrontiert. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, sind laut Assomac strategische Anpassungen notwendig – von Innovationen über neue Finanzierungsinstrumente bis hin zu stärkerer industrieller Zusammenarbeit.
Mauro Bergozza, Präsident von Assomac, betont: „Die italienische Fertigungsindustrie stellt ein industrielles und produktives Erbe dar, das im Laufe der Zeit geschützt und gestärkt werden muss, wobei ein auf internationaler Ebene einzigartiges Modell einer integrierten Lieferkette bewahrt werden soll. Um diese Rolle zu bewahren, haben wir im Rahmen unserer Reihe lokaler Treffen hervorgehoben, wie wichtig es ist, kohärente, langfristige Strategien zu verfolgen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die Weiterentwicklung des Produktionssystems in einem zunehmend herausfordernden globalen Umfeld unterstützen können. Auf diesem Weg spielen Plattformen wie die Simac Tanning Tech eine immer zentralere Rolle, nicht nur als Messeveranstaltungen, sondern auch als Orte, an denen Innovation, Industrie und Markt zusammenkommen, die die gesamte Lieferkette vereinen und die technologische Exzellenz Italiens fördern können.“