Der italienische Technologiesektor für die Schuh-, Lederwaren- und Gerbereiindustrie hat das Jahr 2025 mit einem Rückgang von 11 % abgeschlossen. Bereits 2024 war ein Minus von 12 % verzeichnet worden. Die Produktion belief sich laut aktuellen Zahlen auf 512 Mio. Euro. Damit setzt sich die seit 2023 anhaltende Abschwächung fort.
Wie der Branchenverband Assomac im Rahmen seiner Generalversammlung in Mailand mitteilte, bleibt das Exportgeschäft der wichtigste Wachstumstreiber. Gleichzeitig zeigt sich innerhalb der Segmente ein differenziertes Bild: Maschinen für die Gerberei verzeichneten mit -24,49 % den stärksten Rückgang, während Maschinen für Lederwaren um 9,8 % und für die Schuhproduktion um 4,08 % nachgaben. Stabil blieb hingegen das Geschäft mit Ersatzteilen und Wartung.
Trotz der aktuellen Herausforderungen behauptet Italien seine starke Stellung im globalen Wettbewerb. Mit einem Anteil von 27 % am Weltexport liegt das Land weiterhin auf Platz zwei hinter China, das inzwischen auf 49 % kommt. Während China vor allem über Preiswettbewerb und hohe Produktionsvolumina punktet, setzt Italien verstärkt auf hochwertige Segmente wie Luxus und Premium.
Allerdings sieht die Branche ihre Position zunehmend unter Druck. Assomac fordert daher eine klare industriepolitische Strategie auf nationaler und europäischer Ebene sowie engere Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Vorgeschlagen wird unter anderem die Einrichtung einer permanenten Arbeitsgruppe, die Unternehmen aus Technologie, Materialien und Endprodukten zusammenbringt.
Verbandspräsident Mauro Bergozza betont die Bedeutung eines funktionierenden industriellen Ökosystems: „Made in Italy does not begin when a product is sold, but much earlier: in capital goods, expertise, manufacturing and entrepreneurial capability.“ Zugleich warnt er vor strukturellen Risiken: „There is no Made in Italy without a supply chain, no supply chain without manufacturing, and no manufacturing without technology.“
Als zentrale Handlungsfelder nennt der Verband die stärkere internationale Marktbearbeitung, neue Industriepartnerschaften, die Sicherung der Unternehmensnachfolge sowie Investitionen in Organisation und Digitalisierung. Klar sei: Die aktuellen Herausforderungen könnten nicht von einzelnen Unternehmen allein bewältigt werden, sondern erforderten eine engere Zusammenarbeit entlang der gesamten Lieferkette.