Der Insolvenzantrag der KaDeWe Group soll laut gut informierten Kreisen beim Amtsgericht Charlottenburg gestellt worden sein. Zudem sollen die Mitarbeiter im KaDeWe bereits über den Insolvenzantrag informiert worden sein. 1.900 Beschäftigte wären von dem Schritt betroffen.
Im KaDeWe in Berlin sind bestimmte Marken inzwischen nicht mehr erhältlich. So heißt es am Eingang der Omega-Boutique: „Wegen KaDeWE-Insolvenz vorübergehend geschlossen“. Auch Produkte der FBB Maison GmbH (u.a. Home-Kollektionen von Boss, Ralph Lauren, Kenzo, Lacoste) können laut Information „aus technischen Gründen“ vorübergehend nicht verkauft werden. Die entsprechenden Flächen sind abgesperrt.
Auch Gutscheine, beim KaDeWe ein beliebter Geschenkartikel, der einen hohen Anteil am Umsatz hat, werden von vielen Marken nicht mehr eingelöst. Etliche Kundinnen und Kunden sollen das am Morgen des 29. Januar noch vergeblich versucht haben.
Am 28. Januar hätte das KaDeWe noch am verkaufsoffenen Sonntag anlässlich der Grünen Woche teilnehmen sollen; dieser wurde kurzfristig abgesagt.
An der KaDeWe Group ist die ebenfalls insolvente Signa-Holding des österreichischen Unternehmers René Benko mit 49,99% beteiligt. 50,01% gehören der thailändischen Central Group.
Nachdem in den zurückliegenden Monaten mehrere Gesellschaften der Signa-Gruppe Insolvenz angemeldet hatten, war in Handelskreisen noch vermutet worden, dass die Prestige-Warenhäuser von diesem Schritt verschont bleiben könnten. Möglicherweise kam es aber auch hier zu Liquiditätsengpässen.